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102 Dalmatiner

102 Dalmatiner
familien-komödie , usa 2000
original
102 dalmatians
regie
kevin lima
drehbuch
kristen buckley
cast
glenn close,
gérard depardieu,
alice evans,
joan grufford, u.a.
spielzeit
102 Minuten
kinostart
8. Februar 2001
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Sequels sind ja immer so eine Sache. Kommerziell meist doch einigermaßen erfolgreich, reicht die Palette im künstlerischen Bereich von ‚Totaldesaster’ bis ‚ganz gut’, nur in seltensten Fällen zu mehr. Das Sequel zu einem Film, der bereits als Realverfilmung eines Zeichentrickklassikers lief und wenig mehr als ein harmloses Komödchen war, wirft zusätzlich noch die Frage auf: Braucht die Welt so etwas? Nicht wirklich ist die Antwort, wenn das Ergebnis dann noch genauso gelackt, harmlos und größtenteils noch charmeloser daherkommt als sein Vorgänger.

Der einzige Höhepunkt in diesem überflüssigen Nachklapp ist die überdrehte Performance von Glenn Close als verrückte Hundehasserin Cruella DeVil, die wohl genug davon hat, auf die Rolle der Charakterdarstellerin festgelegt zu sein und dementsprechend hier so hemmungslos over the top chargiert, dass es eine wahre Freude ist. Selten wurde eine überzeichnete Comicfigur perfekter nachgespielt. Ihr nicht unbedingt kongenialer Partner Gerard Depardieu als Pelz-Designer Jean-Pierre LePelt ist hier dagegen ein Schmierenkomödiant, zudem in ein unglaublich albernes, offensichtlich vom „Asterix und Obelix“-Set geklautes Kostüm gezwängt. Bei derartigen Rollen und Performances sind die in Interviews von ihm geäußerten Selbstmordgedanken wohl kein Wunder.

Die Geschichte der 102 Köter ist schnell erzählt: DeVil wird nicht nur als geheilt aus der Psychologischen Anstalt entlassen, dank Spezialtherapie ist die einstige Pelzsammlerin sogar zur Hundeliebhaberin mutiert. Nur ihre Bewährungshelferin Chloe Simon (Alice Evans) hat da so ihre Zweifel, die aber zerstreut werden, als Cruella das marode Hundeheim des gutmütigen Kevin Shepherd (Ioan Grufford) saniert. Doch als die Dalmatiner der Stadt nach und nach entführt werden, und auch der dubiose LePelt auftaucht, kommen doch erhebliche Zweifel an Cruellas lauteren Motiven.

Zweifel kommen dem Zuschauer auch ob der einfältigen Geschichte, die ohne jegliche Überraschung von den größtenteils netten aber farblosen Darstellern abgespult wird. Ein sprechender Papagei, der sich für einen Rottweiler hält, oder das Dalmatinerjunge, das ob seiner fehlenden Punkte leicht depressiv ist, sind nette Einfälle, auffangen können sie die gezuckerte Langeweile allerdings kaum. Und so ist man denn froh, wenn nach 102 (!) Minuten die böse Cruella endlich zur Strecke gebracht wird: Als moderne Hexe wird sie folgerichtig in den Ofen verfrachtet, für die Kleinsten ist dieses Ende aber dann doch etwas brutal. Egal, Mami und Papi werden zu diesem Zeitpunkt mit dem Film schon abgeschlossen haben. Und hoffen, dass die Disneyverantwortlichen in ein paar Jahren nicht noch „103 Dalmatiner“ hervorholen. Denn bereits mit den 102 Exemplaren können sie keinen Hund hinterm Ofen hervorlocken.

Simon Staake

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