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Below - da unten hört dich niemand schreien

Below - da unten hört dich niemand schreien
horror-thriller , usa 2002
original
below
regie
david twohy
drehbuch
david twohy, darren aronofsky, lucas sussman
cast
bruce greenwood,
olivia williams,
matt davis, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
17. April 2003
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

David Twohy hat mit "Pitch Black" vor einiger Zeit einen überraschend originellen und gelungenen Science-Fiction-Film vorgelegt und auf seinen neuen Film "Below" durfte man daher zu recht gespannt sein. Die Prämisse klingt jedenfalls schon mal nicht schlecht: Mysteriöse, übernatürliche Vorgänge an Bord eines U-Boots während des Zweiten Weltkriegs. Da lässt sich doch auch für den erfahrenen Genrekenner noch Einiges draus machen. Sollte man zumindest meinen, aber "Below" macht aus dieser interessanten Ausgangssituation leider viel zu wenig.

Das amerikanische U-Boot "Tiger Shark" wird inmitten des Zweiten Weltkrieges hinter die feindlichen Linien geschickt, um drei Überlebende eines gerade versenkten Schiffes zu retten. Dieses wurde beschossen, obwohl es sich um ein medizinisches Versorgungsschiff handelte. Die Anwesenheit der geretteten Ärztin Claire Paige wird von vielen Besatzungsmitgliedern als böses Omen gedeutet, denn eine Frau an Bord bedeutet demzufolge immer Unglück. Als sich ein feindlicher Zerstörer an die Fersen des U-Boots heftet, scheinen sich die Befürchtungen zu bestätigen. Doch nicht nur der Feind an der Oberfläche sorgt für Probleme: Auch unter Wasser häufen sich unerklärliche Vorgänge, die schließlich sogar das Leben der Besatzung bedrohen. Inmitten eines immer größer werdenden Durcheinanders entdeckt Claire schließlich, dass auch der Kommandant nicht mit offenen Karten spielt und offensichtlich Einiges zu verbergen hat. Anscheinend gibt es jemanden, der Grund für einen grausamen Rachefeldzug gegen die Besatzung der "Tiger Shark" hat.

Mit der knalligen Schlagzeile "Aliens trifft Das Boot" wirbt der Verleih für seinen Unterwasserthriller und liegt damit schon mal kräftig daneben. Denn was wir hier vorliegen haben ist kein Monsterfilm, sondern eine waschechte Spukgeschichte. Doch gerade der übernatürliche Teil der Handlung ist leider gründlich misslungen, denn viel zu wirr und konfus kommt dieser daher. Und das gilt sowohl für den dramaturgischen Aufbau als auch für die visuelle Umsetzung, bei der es dem Zuschauer offensichtlich bewusst schwer gemacht werden soll, überhaupt irgend etwas zu erkennen. Dazu dann noch die bewährten Standardschocks aus der Abteilung "Plötzlich auftretende laute Geräusche" und dem beliebten "Erschrecken durch einen sich als harmlos herausstellenden Bekannten" und schon läuft das Ganze. 
Oder eben auch nicht, denn wesentlich besser funktioniert da schon die Parallelhandlung um die Verschwörung an Bord, und die letztendlich präsentierte Auflösung derselben ist dann auch durchaus akzeptabel - wenn auch für den geübten Zuschauer nicht wirklich überraschend. Bis dahin hängt "Below" jedoch ziemlich durch und kommt lange Zeit einfach nicht so richtig in Fahrt. Da bleibt dann auch genug Zeit um sich ein bisschen über den blassen und ziemlich fehlbesetzten Bruce Greenwood in der Rolle des Kommandanten aufzuregen. Wenn dessen Leistung in einem Film, bei dem es auf die darstellerischen Leistungen an sich gar nicht so ankommt, trotzdem negativ auffällt, ist das zweifellos bedenklich.

Regisseur Twohy reizte an dem Projekt endlich einmal einen Horrorfilm zu drehen, bei dem die Protagonisten nicht einfach weglaufen können (obwohl sie das ja dummerweise in den meisten Filmen dieser Art eh auch dann nicht tun, wenn es angebracht wäre). Leider ist das, was die Figuren dann aber in ihrem schwimmenden Gefängnis anstellen, über weite Strecken einfach zu uninteressant um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Und mit Blick auf den ansonsten zweifellos talentierten David Twohy bleibt die Hoffnung, dass dieser sein Pulver nicht schon verschossen hat. "Below" ist für ihn jedenfalls eher ein Rückschritt in Richtung "Videopremiere", denn als solche wäre der Film zweifellos besser aufgehoben.

Volker Robrahn

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