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Berlin - Babylon

Berlin - Babylon
dokumentation , deutschland 2001
original
regie
hubertus siegert
drehbuch
hubertus siegert
cast
günter behnisch,
werner durth,
helmut jahn,
josef paul kleihues, u.a.
spielzeit
88 Minuten
kinostart
27. September 2001
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Berlin im Umbruch. Wahnhaft wird gebaut. Überall werden Löcher gegraben und mit neuen glitzernden Gebäuden gefüllt. Die ganze Stadt ist beim Schönheitschirurgen, der zusammenflickt, was zusammengehört. Hubertus Siegert beobachtet die "Ärzte", die die Narben der ehemals geteilten Stadt entfernen. "Man muß sich beeilen, die Stadt noch zu erleben, bevor sie ganz geliftet ist - und zugebaut", sagt Siegert. An allen Ecken und Enden wird versucht der Stadt ein neues Gesicht zu verpassen. Potsdamer Platz und Spreebogen sind nur die Bekanntesten. Siegert "bespitzelt" Bauherren, Politiker, Stararchitekten und Stadtplaner, die hastig bauen bevor jemand merkt, was sie da eigentlich verzapfen. Statt Interviews und Statements gibt es Gesprächsfetzen und Körpersprache. 

Bei "Berlin Babylon" handelt es sich um eine Dokumentation in Spielfilmlänge, speziell fürs Kino gemacht. Man darf dabei keinen klassischen Dokumentarfilm erwarten, ein fesselnder Kinofilm mit Handlung und straff gespanntem Spannungsbogen ist hier aber auch nicht entstanden. In fantastischen Bildern hält Siegert den Wandel unserer Hauptstadt fest. Die Filmmusik, die bezeichnenderweise die Einstürzenden Neubauten beisteuern, trägt mit zu der bedrückenden Stimmung des Films bei. 

Was bei "Buena Vista Social Club" funktioniert hat, ein Dokumentarfilm fürs Kino, geht hier nicht so recht auf. "Berlin Babylon" zeigt zwar tolle Bilder, die mit dem Soundtrack gut korrespondieren, aber insgesamt ist das Ganze eher was für einen verregneten Sonntag Nachmittag auf Arte. Zugegebenermaßen würde dann allerdings einiges der geballten visuellen Kraft verloren gehen. 
Der Film hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Faszinierend ist er allemal, aber die Thematik ist zu speziell, um ein breites Publikum 88 Minuten lang zu fesseln. Interessant mag der Film für Architekten, Berliner und Berlin-Verbundene sein - die Anderen langweilen sich spätestens nach dem ersten Drittel.

Henning Winter

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