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Blackhat

Blackhat
krimi-thriller , usa 2015
original
blackhat
regie
michael mann
drehbuch
morgan davis foehl
cast
chris hemsworth,
viola davis,
wei tang,
leehom wang,
holt mccallany, u.a.
spielzeit
133 Minuten
kinostart
5. Februar 2015
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Zugegeben: Es ist ziemlich leicht, auf einen Film draufzuhauen, der an den US-Kassen dermaßen kolossal floppte, dass beispielsweise sein Kinostart in Australien ersatzlos gestrichen wurde. Aber Michael Manns erster Film seit dem durchwachsenen „Public Enemies“ im Jahr 2009 hat sich die Schelte auch redlich verdient. Die Formkurve des Regisseurs von „Heat“, „Insider“ und „Collateral“ zeigt steil nach unten.

Dabei klingt die Prämisse noch durchaus spannend: Durch mehrere Hackerangriffe kommt es erst zu einer Explosion in einem chinesischen Atomkraftwerk und später zu Turbulenzen an der Wall Street. Die obersten Sicherheitsbehörden in China und den USA sind alarmiert und vereinbaren eine – zunächst von gegenseitigem Misstrauen geprägte – Zusammenarbeit. Teil dessen ist ein Angebot an den schwerkriminellen Hacker Nick Hathaway (Chris Hemsworth), der gerade eine 15-jährige Haftstrafe absitzt: Führt er die Jagd nach den Tätern, die womöglich noch Schlimmeres planen, zu einem erfolgreichen Ende, ist er ein freier Mann. Besonders geeignet scheint er deshalb, weil er einst als Student am MIT jenen Code entwarf, der nun Grundlage für die Angriffe ist. Eine Hatz rund um den Globus beginnt.

Das größte Problem an „Blackhat“: Von der ersten bis zur letzten Minute ergibt der Film auf zahlreichen Ebenen kein wirklich stimmiges Bild. Er beginnt als Hackerthriller, in dem es darum geht, einen drohenden, nicht näher definierbaren Anschlag abzuwenden, wandelt sich dann in einen Actioner und ist am Ende nur noch ein ziemlich simpler Revenge Movie, in dem all die – durchaus spannenden – Entwicklungen der ersten anderthalb Stunden keine große Rolle mehr spielen. Aus flachen Charakteren und teils hanebüchenen Dialogen holen die Schauspieler noch erstaunlich viel raus. Es verwundert aber teilweise schon sehr, wie dilettantisch sich hochprofessionelle Killer und ein NSA-Chef verhalten oder welch außerordentliche Fähigkeiten in Sachen Schuss- und Kampftechnik jemand vorzeigen kann, von dem nur bekannt ist, dass er ein hervorragender Hacker ist.

Ein ziemliches Durcheinander ist aber auch die Inszenierung von Michael Mann, der hiermit übrigens seinen ersten komplett digital gedrehten Film vorlegt. „Blackhat“ wirkt visuell so, als wurden alle möglichen Ideen in einen Topf geworfen und ordentlich durchgerührt. Da laufen und schauen die Figuren immer mal wieder nichtssagend durch die Gegend (weil es wohl cool aussehen und ihnen eine Tiefe geben soll, die sie aber nicht haben), fährt die Kamera minutenlang durch das Innenleben von Computeranlagen (eine Spielerei ohne inhaltliche Relevanz) und gibt es natürlich auch die bei Michael Mann obligatorischen Nachtaufnahmen zu sehen. Zu einem stimmigen Ganzen fügt sich das alles aber nicht zusammen.

Bleibt schließlich noch das Markenzeichen von Michael Mann: die Shootouts. Die sind erwartungsgemäß ultrabrutal und wirken auf den ersten Blick mal wieder hyperrealistisch. Denkt man dann aber kurz darüber nach, fällt leider auf, dass sich die meisten Protagonisten ziemlich dämlich verhalten haben. Unrühmlicher Höhepunkt ist das Finale, in dem es vor allem dem „Helden“ ziemlich egal zu sein scheint, dass unzählige unschuldige Menschen über den Haufen geballert werden.

„Blackhat“ sieht schön aus, fühlt sich aber so an, als hätte Michael Mann mit dem Drehbuch wenig anfangen können und an beliebigen Stellen bewährte Elemente seiner vorherigen Filme eingebaut. Unklar bleibt deshalb vor allem die Frage, an wen genau dieser Film eigentlich adressiert werden soll. Angesprochen fühlt sich jedenfalls – leider zurecht – kaum jemand.

 

René Loch

Die Rezension passt leider...

3

Die Rezension passt leider... ich weiß nicht, was sich Mann bei Blackhat gedacht hat. Vertragsverpflichtungen erfüllen? Vielleicht, denn er gibt sich wirklich kein bisschen Mühe. Inhaltlich (auf der "Hacker"-Ebene) ist der Film so albern, das die ganze Story selbst mit "Internet für Senioren"-Ratgebern auszuhebeln wäre. Am Anfang noch bemüht, wird später nicht mal mehr versucht zu erklären, woher denn unser Held Passworte für wildfremde Netzwerke hat. Virenscanner, Firewalls, Intrusion Detection, Nutzerrechte - davon hat der Skriptschreiber noch nie was gehört.

Leider ist das Ganze auch nicht gut anzusehen, mieser Schnitt mit jeder Menge Füllmaterial (was normalerweise in der Tonne landet), unpassende Kamera (unsere Helden betreten ein Restaurant, niemand da, keine Gefahr, elend lange hingezogen und die Kamera wackelt wie besoffen) und stellenweise zum Ende hin auch noch in Camcorder-Qualität (der gleiche Mist, der Mann schon bei Public Enemy passiert ist). Soundtrack? Hat sich keiner drum gekümmert.

Wer einen wirklich guten Hacker-Film sehen will, mit frischen Ideen, der schaut sich dann besser den überraschend gelungenen "Whoami" aus Deutschland an.

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