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Broken City

Broken City
thriller , usa 2013
original
broken city
regie
allen hughes
drehbuch
brian tucker
cast
mark wahlberg,
russell crowe,
catherine zeta-jones,
jeffrey wright,
barry pepper, u.a.
spielzeit
109 Minuten
kinostart
18. April 2013
homepage
http://www.brokencity-film.de
bewertung

4 von 10 Augen
Broken City - Poster

Der New Yorker Polizist Billy Taggart (Mark Wahlberg) erschießt einen Vergewaltiger und Mörder und wird vor Gericht der Anklage des vorsätzlichen Mordes aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das allerdings nur, weil der gewiefte Bürgermeister Nicholas Hostetler (Russell Crowe), der Billy für einen moralischen Helden hält, einen entscheidenden Beweis dafür verschwinden lässt, dass Billy den Mann wehrlos und ohne Not erschossen hat. Broken CitySieben Jahre später - Billy ist mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschieden und verdingt sich als Privatschnüffler - wird es Zeit, dass eine Hand die andere wäscht, denn der fest in seinem Amtssessel sitzende Bürgermeister hat nun selbst einen Auftrag, für den er Billy ins Vertrauen zieht: Hostetler verdächtigt seine Frau (Catherine Zeta-Jones), dass sie ihn betrügt, und Billy soll ihm die schmierigen Beweise dafür liefern - bitte diskret, denn demnächst steht die Wiederwahl an und das Stadtoberhaupt will keinen Skandal am Hacken. Die ausgesprochen hohe Gage, die der Bürgermeister dafür zu zahlen bereit ist, kommt Billy angesichts akuter Geldprobleme gerade recht. Dass er sich gleich hätte darüber wundern sollen, was hier eigentlich vor sich geht, wird ihm erst später klar...
 

... und das dauert leider unverhältnismäßig lange, dafür dass dem gelernten Filmzuschauer das Grundkonstrukt dieses Thrillers mehr als sattsam bekannt sein dürfte. Tatsächlich bewegt sich "Broken City" in seiner Figurenkonstellation und Handlungskonventionen sehr deutlich in der Tradition der Film-noir-Detektivgeschichten, in denen Humphrey Bogart einst einmal so hartgesottene Gesellen wie Philip Marlowe oder Sam Spade verkörperte. Zwischen der Figurenbiografie Billy Taggarts und der von Sam Spade gibt es einige Parallelen, und in ihrem Detektivbüro haben beide auch eine kecke Assistentin sitzen, die vor allem für schnittige Wortgefechte da ist und ihren Boss heimlich und unerfüllt anschmachten darf. Doch wo damals in den 1940er Jahren noch stilprägende Thriller entstanden, die Filmgeschichte schrieben, ödet "Broken City" sein Publikum mit einer Geschichte an, die sich verworren und wendungsreich gibt, dabei aber nur krude und allzu durchschaubar zusammengestöpselt ist.

Broken CityWenn man spaßeshalber nur einmal vergleicht, dass damals 1946 der Philip-Marlowe-Krimi "Tote schlafen fest" so viele Twists und Wendungen in 114 Minuten unterbrachte, dass selbst dem Schöpfer der Vorlage nicht mehr auffiel, dass es für einen der Toten keinen eindeutig geklärten Mörder gab, ist es umso beschämender, dass "Broken City" über 60 Jahre später die Spurenverteilung seines Thriller-Plots und die Aufklärungsschritte seines Detektivs nicht etwas kunstvoller und gewiefter gestaltet bekommt. Nicht nur, dass die große Schweinerei, die es hier letztlich aufzudecken gilt, auch in der Realität schon so oft ganz ähnlich durchgekaut wurde, dass man als kluger Ermittler eigentlich ratzfatz darauf kommen müsste, wo hier der Hase im Pfeffer liegt. Vor allem merkt man dem Film geradezu an, wie er die verräterischen Kern-Informationen bis auf Brotkrumen-Größe kleindröselt und seinem Detektiv immer nur ganz kleine Häppchen serviert, weil die Aufklärungsarbeit sonst allzu schnell erledigt wäre, und der Film soll ja noch eine halbe Stunde laufen. 

Mit seiner Kombination aus allzu praktischen Zufällen, abgegriffenen Standarddialogen aus dem Einsteiger-Lehrbuch für Thriller-Skripts und einem Satz mächtig klischierter Figuren kann "Broken City" definitiv niemanden hinter dem Ofen hervor locken, und geht dabei erzählerisch auch noch so schlampig vor, dass es stellenweise richtig ärgerlich wird. Der Subplot um die Liebesbeziehung von Taggart wird in der Mitte des Films mit kaum begreiflicher Motivation einfach fallen gelassen, dafür wird dem Helden hier flugs ein zurückliegendes Alkoholproblem angedichtet, welches ihn aber nicht daran hindert, scheinbar innerhalb von fünf Minuten von rotzbesoffen wieder auf stocknüchtern zu wechseln, und im weiteren Verlauf eine für einen Ex-Alki beeindruckende Kontrolle beim Alkoholkonsum an den Tag zu legen.

Broken CityDass dieser Taggart eine zerrissene, gebrochene Figur sein soll, scheint zwar immer wieder durch, tritt aber auch aufgrund der Besetzung nie wirklich gut zutage. Mark Wahlberg, der auch als Produzent an dem Film beteiligt war, hat sich selbst leider komplett fehlbesetzt für diese Hauptrolle, denn mit seiner strammen, muskulösen Physis vermittelt er genau das Gegenteil von dem, was diesen Taggart eigentlich ausmachen sollte. Catherine Zeta-Jones spielt die abgekühlte, steinreiche Ehefrau mit unspektakulärer Routine. Einzig Russell Crowe sticht hier einmal mehr besonders hervor - nicht nur durch beeindruckend präzise gespielte, schlagartige Stimmungswechsel, sondern auch durch das Kunststück, mit jeder Minute des Films schleimiger zu wirken - als würden die Sonnenbank-Bräune und der schmierige Scheitel seines Grinsekatzen-Politikers sich immer weiter zu einer miesen Karikatur intensivieren.  

Crowe allein kann aber auch nicht retten, was schon im Ansatz nicht überzeugen kann. Ein Thriller, dessen Handlung in Sachen cleverer Konstruktion sogar hinter den Episoden manch gut gemachter TV-Serie zurückbleibt, hat im Kino eigentlich nix zu suchen. Egal, welch illustre Namen auf dem Poster stehen. Kein Wunder also, dass sich in den USA kaum jemand für den Film interessierte und das Studio ihn im scheintoten Kino-Monat Januar verheizte. Es ist anzunehmen, dass es "Broken City" hierzulande nicht besser ergehen wird. 

Frank-Michael Helmke

Leicht unterdurchschnittlich

4

Leicht unterdurchschnittlich + völlig austauschar beschreibt es wohl am Besten. Ein Thriller, weder Fisch noch Fleisch, hier und da mit guten Ansätzen, mehr aber auch nicht. Hat man alles irgendwie woanders schonmal besser inszeniert gesehen.

Gestern gesehen, fand den

8

Gestern gesehen, fand den Film klasse. Sehr gute Schauspieler, allen vorann Crowe und der excellente Wahlberg vermitteln ein düsteres NEw York wie man es selten im Kino sieht. Der Plot ist spannend und dass der Love-Intrest von Marky Mark plötzlich weg ist, wird eigentlich sehr gut erklärt (Sie streiten wg. ihrer Sexszene im Film)...

Fazit: Klasse Thriller mit Top-Besetzung.

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