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New York Taxi

New York Taxi
komödie , usa 2004
original
taxi
regie
tom story
drehbuch
ben garant
cast
queen latifah,
jennifer esposito,
jimmy fallon,
gisele bündchen, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
27. Januar 2005
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Hollywood klaut gerne. Sogar sehr gerne. Es herrscht immer noch die alte Vorstellung vor, dass die Amerikaner sich keine ausländischen Filme im Kino ansehen möchten, denn synchronisiert wird so gut wie nie und die Antipathie gegen Untertitel ist dort augenscheinlich noch ausgeprägter als hier. Da macht man sich ausländische Kassenhits gerne als bloße Stoffvorlage zu Eigen, um mit einem amerikanisierten Remake mehr Geld zu scheffeln, als es mit dem Original möglich wäre. Der Ami hat's eben gern amerikanisch. Es kann daher nicht wirklich erstaunen, dass das Auge Hollywoods auch auf die französische Actionkomödie "Taxi" von 1997 fiel, die ebenso wie ihre Nachfolger in Frankreich Rekorde über Rekorde brach. In der US-Version sieht das Ganze dann wie folgt aus:
Detective Washburn (Jimmy Fallon) ist eine Katastrophe für seine Kollegen. Mit seinem vermeintlich genialen Vorgehen bei der Ermittlung, das aber mehr Unglücke erzeugt als Fälle löst, ist er unter den Gesetzeshütern nicht sonderlich beliebt. Zudem ist er eine absolute Niete hinter dem Steuer. Als er dann noch bei einer Verfolgungsjagd ein ganzes Ladenlokal verwüstet, sieht seine Chefin Leutenant Marta Robbins (Jennifer Esposito) rot: Er muss seinen Führerschein abgeben. Als Washburn dann aber einer raubenden Bande langbeiniger Models (unter ihnen Gisele Bündchen), gespickt mit schnellen Autos, auf die Spur kommt, ist er auf die Hilfe der Taxifahrerin Belle (Queen Latifah) angewiesen, denn mit deren rasanter Fahrkunst kann so ziemlich niemand mithalten.

Eines muss man "New York Taxi" zu Gute halten: Er begnügt sich nicht damit, das Original Szene für Szene nur mit anderen Darstellern nachzuspielen. Das Handlungsgerüst, die Grundidee, die Figurenkonstellation und das innovative Fassen der Gangsterbande bleiben zwar erhalten, der Plot wurde aber weitestgehend verändert. So kann der Zuschauer, sofern er denn das Original kennt, hier durchaus Neues entdecken. Inwiefern das die Sache aber zwingend interessanter macht, sei dahin gestellt.
Die Figuren wurden zwar Änderungen unterzogen, die aber allenfalls oberflächlicher Natur sind: Waren es im Original noch ein männlicher Taxifahrer und eine Bande männlicher Räuber, sind es hier alle samt Frauen. Nun mag dieser Umstand ja besonders originell sein, wenn man sich noch nicht daran gewöhnt hat, dass Frauen auch ein Auto fahren können, ansonsten wird aus diesen Umstellungen so gut wie kein Potential geschöpft. Queen Latifah ("Chicago") spielt gewohnt charmant und prollig die Taxifahrerin, im Grunde bleibt ihr Charakter jedoch ein Ebenbild des originalen Taxifahrers Daniel. Allein das Element, dass Belle zu Beginn des Films noch Fahrradkurier ist, stellt eine Neuerung dar und ist der Aufhänger für eine abenteuerliche und sehr unglaubwürdige Actionsequenz, mehr aber auch nicht.
Ähnlich verhält es sich mit den raubenden Models. Es ist mehr als offensichtlich, dass die Produzenten diese nur einfügten, um Topmodel Gisele Bündchen eine Rolle geben und somit auch mehr männliches Publikum ins Kino locken zu können. So trägt Leonardo di Caprios Dauerfreundin dann auch oft kurze Röcke und enge T-Shirts, ihr Schauspiel hält sich indes - gelinde gesagt - in Grenzen. Nett formuliert: Sie muss halt nur gut aussehen, eben so wie der Rest der langbeinigen Schönheiten. Eine so durchschaubare Manipulation, das es fast schon unverschämt ist (Randnotiz: Von den 20 vom deutschen Verleiher zur Verfügung gestellten Szenenbildern zeigen allein 14 ausschließlich Madame Bündchen und/oder die anderen Models - und nicht die beiden vermeintlichen Hauptdarsteller).
Auch an dem männlichen Hauptcharakter Washburn wurde noch ein bisschen herumgeschraubt. Wichtigste Neuerung ist seine dem Alkohol heftig zugetane Mutter. Sie soll wohl als witziger Sidekick dienen, wirklich überzeugen tut das allerdings nicht. Dasselbe kann man auch über Hauptdarsteller Jimmy Fallon sagen. Dem wurde zwar schon von vielen Seiten eine mögliche Comedy-Filmkarriere prognostiziert, wenn er denn nur eine große Hauptrolle als Chance bekäme. Nun, da er sie bekommen hat, hat er sie aber trotzdem nicht genutzt. Denn er ist schlichtweg nicht lustig. Höchstens albern. Und wenn man als Komiker nur eine einzige gute Szene abliefert (die Fahrstunde mit Belle) dann ist das einfach zu wenig.
Auch als Buddymovie will "New York Taxi" nicht recht zünden. Die Chemie zwischen Queen Latifah und Jimmy Fallon stimmt einfach nicht. Man nimmt den beiden nicht ab, dass sie sich trotz all ihrer Gegensätze respektieren und schätzen lernen. Und somit geht auch der eigentliche Reiz des Filmes verloren, der selbst handwerklich nur Durchschnitt ist. Es wird jedes Risiko in der Inszenierung gescheut, und gerade die Verfolgungsjagden, die ein tragendes Element darstellen sollen, sind ziemlich spröde umgesetzt. Es fehlt am richtigen Wow-Effekt, der einem noch bei "The Fast and the Furious" oder "Ronin" (oder dem französischen Original) die Kinnlade runterklappen ließ. Ein bisschen mehr innovative Rasanz hätte es hier dann schon sein dürfen.

Braucht man also dieses Remake? Nein, natürlich nicht. "New York Taxi" kann allen vollkommen egal sein, die sich das viel bessere Original angucken können. Was im alten Europa ja Gott sei Dank kein Problem ist. "New York Taxi" ist vielleicht nicht komplett schlecht, aber total überflüssig. Und das ist eigentlich das schlimmste Urteil.

Kai Kollenberg

9

Ich find den Film einfach nur Klasse... Super Bilder klasse Story... einfach nur super... aber wiß jemand was für ein BMW das is? Danke

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