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Requiem for a Dream

Requiem for a Dream
drogen-drama , usa 2000
original
requiem for a dream
regie
darren aronofsky
drehbuch
darren aronofsky, hubert selby jr.
cast
jennifer connelly,
ellen burstyn,
jared leto,
marlon wayans, u.a.
spielzeit
102 Minuten
kinostart
3. Januar 2002
homepage
bewertung

9 von 10 Augen

In sehr seltenen Fällen treffen auch große Filmstudios noch Entscheidungen, die nicht nur gewagt, sondern auch mehr als richtig sind. Ein Paradebeispiel dafür wäre der Entschluss, die von Joel Schumacher in die bonbonbunte Lächerlichkeit getriebene Batman-Reihe für den nächsten Teil in die Hände von Darren Aronofsky zu legen. Der hat bisher nur zwei sehr eigenwillige Independent-Filme realisiert, doch schon wer seinen Erstling "Pi" gesehen hat kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier ein Regisseur mit einem seltenen Stilbewußtsein am Werk ist, einer von den wenigen Leuten, die ihren eigenen Prototyp von Inszenierung entwickeln (so wie Tarantino oder Ritchie). Der Film, der bewies dass der Weltverschwörungs-Paranoia-Schocker "Pi" keine Eintagsfliege war und ergo Aronofsky den Batman-Regiestuhl schlußendlich einbrachte, kommt nun endlich, mit über einem Jahr Verzögerung und in vollkommen lächerlicher Kopienanzahl, auch auf deutsche Leinwände. Und hat es wahrlich nicht verdient, so dermaßen ignoriert zu werden.

"Requiem for a Dream" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hubert Selby jr. ("Letzte Ausfahrt Brooklyn"), dessen Werke dafür bekannt sind, den Finger tief in die besonders widerlichen Wunden des versagenden amerikanischen Sozialsystems zu legen. In diesem Falle heißt diese Wunde Drogenabhängigkeit, und wird in einem kleinen Mikrokosmos von vier Personen in gnadenloser Konsequenz veranschaulicht.
In der Mitte steht dabei Harry Goldfarb (Jared Leto), ein gescheiterter Bursche, der alle zwei Tage den Fernseher seiner Mutter zum Pfandleiher bringt, um für sich und seinen Kumpel Tyrone (Marlon Wayans, der Oberkiffer aus "Scary Movie") neues Heroin kaufen zu können, bis seine aus wohlhabendem Hause stammende Freundin Marion (Jennifer Connelly) wieder etwas Geld am Start hat. Seine Mutter Sara (Ellen Burstyn) ist, verlassen von Ehemann und Sohn, in ihrer Einsamkeit so auf ihren Fernseher angewiesen, dass sie diesen jedesmal wieder auslöst und weiter Gameshows guckt. Als eines Tages ein Anruf von einem Kandidaten-Rekrutierer kommt und Sara tatsächlich Bewerbungsunterlagen erhält, setzt der Traum von Berühmtheit und Reichtum ein. Doch für einen ordentlichen Fernsehauftritt muss man gut aussehen, und um in ihre hübsches rotes Kleid zu passen, landet Sara ohne viel Nachdenken auf einer Pillen-Diät aus Appetitzüglern. Was genau sich seine Mutter da Tag für Tag einwirft weiß Harry nur zu genau, ist allerdings selber zu sehr damit beschäftigt, seinen eigenen kleinen Handel aufzuziehen, um sich mit Marion dem Traum von Eigenheim und Selbständigkeit zu verwirklichen. Bis die Quellen versiegen und für alle der Stoff (und das Geld) reichlich knapp wird.

Ebenso simpel wie genial ist "Requiem for a Dream" in vier nach den Jahreszeiten benannten Teilen aufgebaut, und in der "Summer"-Episode geht es auch allen Beteiligten so gut wie selten in ihrem Leben. Dass das nicht so bleiben kann wird schon mit der Einblendung des doppeldeutigen Wortes "Fall" (engl. sowohl für "Herbst" als auch für "fallen") deutlich, und wie es von da an mit den vier Protagonisten geradezu rasant abwärts geht, ist beizeiten so drastisch in Szene gesetzt, dass man fast weg sehen möchte. Wäre da nicht Aronofskys packende, visuell extrem innovative Inszenierung, der es tatsächlich gelingt, einem "hässlichen" Drogenfilm eine bewundernswerte, paradoxe Schönheit zu geben. Auch wenn die meisten Kniffe schon aus "Pi" bekannt sind und somit ein bißchen das Aha-Erlebnis fehlt, Aronofskys Kombination von Splitscreen, Kopfkameras und sogenannten "Shatter Speeds" (das schnelle Hintereinanderschneiden kurzer Detailaufnahmen, um einen routinierten Vorgang zu verdeutlichen; von Guy Ritchie z.B. in "Snatch" geklaut) ist aufregend, einfallsreich und brillant.
Wobei auch den Darstellern ein besonderes Lob gezollt werden muss. Leto und Connelly beweisen ein weiteres Mal, dass sie weit mehr sind als schöne Gesichter, und dass der für gewöhnlich erbärmlich durch die Gegend kaspernde Marlon Wayans tatsächlich ernsthaft spielen kann ist beinahe die größte Überraschung des gesamten Films. Überragt werden sie indes alle von Ellen Burstyn, die für ihr Portrait von Sara Goldfarb im letzten Jahr völlig zurecht für den Oscar nominiert wurde (und bei einigen etwas faireren Filmpreisen auch ausgezeichnet wurde). Ohnehin mit einer sehr dankbaren Rolle versehen, verkörpert Burstyn die von verzweifelter Einsamkeit in TV- und schließlich Tablettenabhängigkeit getriebene Sara mit vollem Einsatz und meistert den bei weitem schwersten Part des Films mit Bravour.
Aronofsky und Autor Selby (der am Drehbuch mitschrieb) haben sich hier indes auch selbst übertroffen: Der Charakter von Sara ist einer der tragischsten aber auch am besten ausgearbeiteten der jüngeren Filmgeschichte. In diesem Handlungsstrang stimmen wirklich alle Details: Vom Arzt, der seine Patientin nicht einmal ansieht und nur mit einem Blick aufs Krankenblatt das verschreibt, was sie haben will; über die von Sara gebannt verfolgte Game-Show, die augenscheinlich 24 Stunden am Tag läuft (und auf geniale Weise den Kern des TV-Schwindels einfängt); bis hin zur Erkenntnis, dass Sara in einem sozialen Gefilde gefangen ist, in dem sich niemand ernsthaft um ihre Belange kümmert.
Neben dieser kongenialen Umsetzung erblasst die Parallelhandlung um Harry, Marion und Tyrone ein wenig, auch, weil die aufgezeigten Drogenkarrieren weitaus typischer sind und daher weniger schockierend wirken als die von Sara. Dennoch finden sich hier durchaus einige Szenen, die dem Zuschauer durch Mark und Bein gehen, und selten wurde persönliche Erniedrigung so erbarmungslos eingefangen wie im Falle von Marion.

"Requiem for a Dream" ist sehr starker Tobak, und sicher kein Film, nach dem man unbeschwert und gut gelaunt aus dem Kino wippen kann, trotz aller visueller Eleganz und bewundernswerter Inszenierung. Die Wirksamkeit von Aronofskys Methodik spiegelt sich natürlich auch in der Gefühlswelt des Zuschauers wieder, und spätestens bei der Selbstanalyse dürfte jedem bewußt werden, was für ein Ausnahmetalent hier im Regiestuhl saß. Manch einer hat argumentiert, dass mit Steven Soderbergh's "Traffic" das Augenmerk des Drogenfilms auf das größere Problem gewechselt ist, doch konsequente und genaue Einzelfallstudien wie hier verlieren dadurch nicht ihre Wirkung. Kein halbseidenes Happy End, keine sanften Hoffnungsschimmer. Am Ende haben alle verloren. Ihre Freiheit, ihre Würde, ihren Verstand oder ihren Arm.

Frank-Michael Helmke

10

Der Film ist der Hammer.

Ich habe ihn gestern gesehen und bin immer noch down.

Ein Film der Gefühle erzeugt, mitreist und einem auch am nächstem Morgen nicht loslässt.

7

von der emotionellen wirking hatte der film für mich ähnlichkeiten mit magnolia und short cuts - diese geschichten, die einfach nur schlimm sind - shit happens - shit happens - shit happens - shit happens, etc. und am ende sitzt man völlig ausgebrannt da und die welt ist total leer und ohne jede liebe etc.
wenn man zu nah am suizid gebaut ist kann der film einen entweder rüberschubsen oder rausschocken, je nachdem.
schon gut gemacht, aber tut richtig weh und löst sich nicht auf,
geschichten wie diese passieren tatsächlich jeden tag, und es gibt in den meisten fällen tatsächlich keine rettung -
sondern endet mitten in der scheisse.
ein wenig muss man die leute vor diesem film, so interessant und 'genial' er auch gemacht ist, trotzdem warnen - alle pfeile zeigen abwärts!
von diesem Film bleibt einem etwas in der seele stecken, auch wenn es durch die stylische machart, die pathetische musik und das aufrichtig traurige ende etwas ins romantische abgemildert wird und die hoffnungslose botschaft etwas mit dem Gestus des 'grandiosen stils' überlagert.

1

Für mich war der Film langweilig und krank. Mehr gibt es da einfach nicht zu sagen, ich hatte ihn eine lange Zeit auf meiner "to watch" Liste und nun war ich sehr enttäuscht.

7

Perfekte Optik , großartige Soundeffekte, visuell gesehen einfach nur ein Meisterwerk.
Story wird aber meiner Meinung nach zu überzogen dargestellt, teilweise ist sie (leider) fern von der Realität, hätte es auch besser gefunden, wenn der Übergang von Summer auf Fall nicht so abrupt gewesen wäre.

9

Übertrieben?
Glaubst du tatsächlich solche Fälle gibt es in der Realität nicht? Ich glaube es gibt noch weitaus heftigere Schicksale, und das sind vermutlich gar nicht mal so wenige da draußen, denen das widerfährt. Viele, sehr viele Leute nehmen Drogen. Und viele, sehr viele Leute erleben dadurch Horror-Szenarien und verlieren alles was sie haben. Was da "fern von der Realität" sein soll weiß ich wirklich nicht.
Sehr guter Film. Punktabzüge sind nur geschmacksächlich bedingt, wie zum Beispiel der für mich etwas zu langatmige und träge Beginn (Summer), und die Tatsache, dass die Schicksale von Harry, Marion und Tyrone etwas stereotypisch sind und nicht dermaßen überwältigend waren wie das von Sara.
Trotzdem guter Film den man mal gesehn haben muss (in den meisten Fällen reicht einmal auch).

nicht ausser betracht gelassen werden sollte, der folgende aspekt der machtdemonstration "sein", so bekommt harry die herablassung des arztes , marion die erniedrigund des schwarzen, tyrone die vorurteilgeprägtheit des polizisten und sara die arbeitswillkür der krankenpfleger zu spüren!und dies sollte wiederum als gesellschaftskritisch gelten,den wer weiss es nicht, wie es ist, als schwächeres glied in unserem hierachiesystem dargestellt zu werden!

greetings

9

Einfach hart, sowas zu sehen.
Es ist hochschockierend und zeigt die grauenhafte Wirkung von Drogen.
Er mag vielleicht vereinzelt leicht überspitzt sein, aber das ist kein wesentliches Problem.
Für mich gehört er zur Allgemeinbildung und jeder sollte ihn mal gesehen haben, aber der Film ist eigentlich nur für härter gesottene Personen oder Psychopaten gut geeignet, aber ich fand ihn total fesselnd und kann die Leute nicht verstehen, denen Requiem for a Dream nicht gefällt...

greetings

10

Wow .. habe den Film gestern abend geschaut ...die letzten 15 Minuten haben mich so mitgerissen, dass ich nach dem Ende kaum sprechen und ein Wort rauskriegen konnte. Selbst einen Tag später lässt dieser Film nicht los. Die Schauspieler, alles voran Ellen Burstyn, leisten Fantastisches und sorgen zusammen mit den einzigartigen Filmscore für ein nimmer loslassendes Filmererlebnis.

Also, ausleihen, anschauen und nie mehr wieder vergessen!

10

pow leck mich am arsch ....

am anfang war es noch ganz lustig , aber die letzten minuten waren so intensiv wow ehrlich bomben film ich denke grad nurnoch nach.. ich weiß net überwas aber ich denke

es tut iwie weh den film anzuschauen ehrlich

nichts für schwache nerven

dazu noch die blöde seite ... hab druf geklickt und dann kam dieser abspann halt wie im film danach war ich richtig geschockt ...

man muss ihn sehn

10

Die Geschichte ist richtig realistisch. Es macht mir angst, dass solche Sachen vorkommen, und mich genauso angehen können, wie den Rest der Welt.
Die Schuspielerische Leistung der Schauspieler ist so hervorragend, dass es mir sehr schwer gefallen ist, mich von der Geschichte abzugrenzen.

Solche Filme sollten im Fehrnseher laufen! Nicht soche 08/15 Hollywood Schnulzen.
Requiem for a Dream gehört eindeutig zu meinen Lieblingsfilmen.

10

Der Film ist genial und schreklich zugleich! Meiner meinung nach wirklich einer der krassesten und besten drogenfilme übehaupt! Anschauen!

Wow, wirklich Wahnsinn dieser

10

Wow, wirklich Wahnsinn dieser Film. Habe von ihm gelesen und wollte ihn unbedingt gucken, was ich jetzt gerade getan habe. Nicht nur die schauspielerische Leistung hat es mir angetan sondern auch die Musik zum Film. Ich hör "Lux Aeterna", das Lied aus dem Film, gerade rauf und runter. Dieses musikalische Meisterwerk werde ich nun für immer mit diesem Film in Verbindung bringen.
Zwischendurch habe ich mich auch gefragt *Ok, jetzt könnte es mal losgehen* und dann ging es los und ging immer weiter abwärts und abwärts und abwärts.
Dazu muss ich sagen, ich arbeite auf einer Geschlossenen Station in einer Psychiatrie und wer von den Zuschauern dieses Films wirklich denkt so etwas würde nicht geben der sollte seine rosa-rote Brille mal schleunigst absetzen. Solche Schicksale, sogar noch schlimmere, sehe ich beinahe jeden Tag. Wir müssen realisieren das es so etwas gibt, vielleicht sogar in unser Nachbarschaft, in unser Familie.

Alles in allem ein Wahnsinnsfilm und ich sehe es auch so wie manch anderer Poster: so ein Film gehört zur Allgemeinbildung, er sollte im TV laufen, nicht unbedingt um 20:15 Uhr, aber er sollte definitv mehr Anerkennung erfahren.

An sich ist der Film ganz gut

4

An sich ist der Film ganz gut .. ich bin 16 und musste ihn mir heute in der Schule antun.
Ich finde das das kein Film fuer 16 jaehrige ist .. zumindest ich konnte den Film nicht verarbeiten und es tut mir jetzt noch weh.
Ich denke haette ich mir den Film in paar Jahren angeschaut haette ich ihn gut gefunden .. aber nun , naja mir geht's psychisch ganz mies dadurch und solche Filme nagen ganze Wochen an mir , ich wollte danach einfach nur alleine sein. =/

Super Geschichte, super

10

Super Geschichte, super Filmmusik, super gemacht. Am besten fand ich das mit dem Kühlschrank, hat eine gut abschreckende Wirkung gezeigt.

Bin zwiegespalten! Einerseits

5

Bin zwiegespalten!
Einerseits ein sehr kreativ und gut gemachter Film, andererseits in seinem Effekt auf den Zuschauer recht deprimierend wirkt...
Alle Hoffnung auf eine gute Auflösung, auf Erlösung, Verbesserung - auf einen Silberstreif am Horizont - wird nach und nach, Szene um Szene - zunichte gemacht.

Man fühlt dass das wahrscheinlich so realistisch ist.
Es ist ein wenig als ob man einem kranken Kind beim Sterben zuschaut - man weiss das es langsam zu Ende geht, aber man hört trotzdem nicht auf zu Hoffen.
Bis zum Schluss, wo es eben zu Ende geht.

Ich finde halt dass ich so einem Film keine 10 Punkte geben kann - ich finde Kunst hat die Pflicht entweder "Katarsis" zu ermöglichen - also, Reinigung von schmerz, oder aber tatsächlich Hoffnung auf einene Ausweg zu machen.

Aber diese Film zieht einen tief in den Dreck... ganz runter... noch tiefer... ja geht's noch schlimmer...
und dann ist er vorbei.

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