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Stepfather

Stepfather
psycho-horror , usa 2009
original
the stepfather
regie
nelson mccormick
drehbuch
j.s. cardone
cast
sela ward,
penn badgley,
amber heard,
dylan walsh, u.a.
spielzeit
101 Minuten
kinostart
31. Dezember 2009
homepage
http://www.stepfather-derfilm.de
bewertung

4 von 10 Augen

 

Der neue Mann in Susans (Sela Ward) Leben ist ein wirklich gutaussehender, höflicher und angenehmer Mensch, der auch den Freunden und Verwandten ausgesprochen gut gefällt. Nur Sohn Michael (Penn Badgley) wird von Anfang an nicht so richtig warm mit dem Herrn, der sein Stiefvater werden soll, und gemeinsam mit seiner Freundin Kelly (Amber Heard) stellt der misstrauisch gewordene junge Mann schließlich Nachforschungen an. Trotz erster Indizien glaubt ihm jedoch niemand und die Situation spannt sich weiter an, bis sie schließlich zu einem Kampf auf Leben und Tod eskaliert.

Was dem Zuschauer allerdings von Beginn an klar ist, denn bereits da begegnen wir dem Mann, der sich fortan David nennen wird, beim Verlassen des Hauses seiner letzten "Familie". Ein Haus, in dem er entspannt und lächelnd mehrere Leichen zurück lässt. Warum er das getan hat wissen wir zwar nicht, aber es ist offensichtlich, dass er das gleiche Spiel nun mit einer anderen Frau und deren Kindern wiederholen wird. Und da man weiß worauf das Ganze letztendlich hinauslaufen wird, ist der folgende, rund einstündige Versuch eines neuen Spannungsaufbaus im Grunde von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Denn nachdem man irgendwann definitiv erkannt hat, dass dies nicht etwa Michael Ballack in fremden Gefilden, sondern tatsächlich der aus "Nip/Tuck" bekannte TV-Star Dylan Walsh ist, der dort den smarten Bösewicht mimt, und sich vielleicht nebenbei noch fragt, warum das Nachwuchstalent Amber Heard ("All the Boys love Mandy Lane") hier für nicht mehr als ein stichwortgebendes Blondchen herhalten muss, ist es auch schon Essig mit der Beschäftigungstherapie und das Suchen nach spannendem Entertainment wird von nun an recht mühselig. Nahezu alles was fortan geschieht ist von der erschreckenden Belanglosigkeit eines durchschnittlichen Familienlebens und in der Theorie nur deshalb interessant, weil der Betrachter den Wissensvorsprung besitzt, des Stiefvaters Gehabe und Aktionen als reine Show und Täuschung zu erkennen.
Doch leider taugen dieses dünne Storygerüst und die klar umrissene Grundidee nicht annähernd für ausreichende Unterhaltung auf Spielfilmlänge, und weil dies dann wohl auch den Machern irgendwo aufgefallen sein muss, kredenzt man zur Auflockerung und quasi als kleine Zwischenmahlzeit den einen oder anderen ziemlich unmotivierten und unnötigen Mord. Da genügt es dann schon als Nachbarin einen falschen Satz zu sagen oder als Besucher mal höflich nach der Erklärung für einen kleinen Widerspruch zu fragen, um sich nur Sekunden später mit gebrochenem Genick unter der Kellertreppe wiederzufinden. Und wer die ganze Zeit durchgehalten hat um am Ende wenigstens noch einen Erklärungsansatz zur Motivation des mörderischen Familienmenschen zu erhaschen, wird schließlich auch da nur mit ein bis zwei vagen und wirren Sätzen abgespeist.

Da bleibt dann trotz solider Darstellerleistungen und sauberer Inszenierung nicht mehr allzu viel Erfreuliches zu vermelden, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hier schließlich nur um die Neuverwurstung eines der letzten bisher noch nicht re-animierten Horrorfilmchen der 80er Jahre handelt. Dem auch unter dem aussagekräftigen Titel "Kill, Daddy, Kill" bekannten Ur-"Stepfather" konnte man dabei aber mit viel Wohlwollen immerhin noch einen leicht subversiven Kommentar auf die spießige Bürgerlichkeit der Reagan-Ära attestieren. Diese neue Version ist dagegen nicht nur vollkommen frei von solchen Feinheiten, sie erweist sich als ein schlicht uninteressantes und überflüssiges Revival, welches zwar nicht ganz so fad geraten ist wie des Regisseurs vorheriger Fehltritt "Prom Night", das aber trotzdem die meisten Argumente für seine Existenzberechtigung schuldig bleibt.

Volker Robrahn

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