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The Killer

The Killer
action-drama , hongkong 1989
original
dip hyut shueng hung
regie
john woo
drehbuch
john woo
cast
chow yun-fat,
danny lee,
sally yeh,
chu kong, u.a.
spielzeit
110 Minuten
kinostart
homepage

Der Wiederveröffentlichung von Klassikern des Hongkong-Kinos zweiter Teil aus dem Hause E-M-S steht an, und auch Filmszene ist wieder mit dabei. Wo doch der vielleicht größte, zumindest aber bekannteste Klassiker des Genres ansteht, John Woos "The Killer".

Dieser Film war es, der Woo und mit ihm das Hongkong-Kino nach dem ersten internationalen Ausrufezeichen "A Better Tomorrow" (hierzulande bekannt unter dem blöden Titel "Der City-Wolf") endgültig und markant auf der internationalen Kinolandkarte verewigte; Kollegen wie Martin Scorsese (dem wohl besonders die katholische Symbolik des Films zusagte) und natürlich Quentin Tarantino (dem eher die blutigen Shoot-Outs gefielen, aber wohl auch die Ehrenkodexe von Woos Figuren) zu Begeisterungsstürmen und Referenzen (noch mal "Jackie Brown" schauen!) hinriss und mittlerweile als einer der bedeutendsten Filme im Actiongenre gilt. Was genau macht aber "The Killer" nun zu einem so wichtigen Werk?

Es sind genau die Sachen, die den Film auch offen für Kritik machen: Der Hang zum Pathos, die exzessiven und blutigen Feuergefechte, das offene Melodrama der Geschichte. Alle diese Dinge ziehen sich wie ein roter Faden durch Woos Filme, aber so gelungen wie in "The Killer" hat er sie nie zusammengeführt. Natürlich ist das Ganze nicht subtil, aber danach sollte man beim Hongkong-Kino ja ohnehin nicht fragen. Denn es ist schließlich der Exzess, der hier - ähnlich wie im italienischen Genrekino - zählt. Gerade das Überkandidelte, die vollkommen überzogene, gnadenlos sentimentale Mischung aus Gemetzel, Schicksalsschlägen, Männerfreundschaft, Verrat und Ehrentod machen ja den heroic bloodshed aus, als deren größter Inszenator sich eben John Woo ausweist.

Die Story des Killers etwa ist eigentlich purer Käse: Der Auftragskiller Jeffrey (Chow Yun Fat) verletzt bei einem Auftrag versehentlich die Nachtclubsängerin Jennie, als sie durch das Mündungsfeuer seiner Waffe so gut wie erblindet. Jeffrey verliebt sich in sie und will ihr eine teure Operation ermöglichen, mit der sie ihr Augenlicht wiedererlangen könnte. Sein letzter Job soll ihm das nötige Geld einbringen, bringt Jeffrey tatsächlich aber vor allem gleich zwei Nachteile: Zum einen heftet sich der kompromisslose Polizist Li (Danny Lee) an seine Fersen, zum anderen wollen ihn seine Auftraggeber tot sehen.
Und dann fliegen auch schon heftigst die Kugeln, im typischen Woo-Stil untermalt von süßlichen Balladen oder Opernarien. Wer jetzt nur mit dem Kopf schüttelt ob der Story, gegen die, sagen wir mal, Douglas Sirks knallbunte Melodramen der 1960er direkt plausibel wirken, hat nicht verstanden, worum es Woo geht.

Etwa darum, genau diesen Geist eines Douglas Sirk ins Actionidiom zu überführen. Der Actionfilm, das ist für Woo nicht nur stumpfes Geballer, sondern eine eigene Kunstform, die es mit seiner traditionellen Zeitlupe und Zwischenschnitten (beides ganz klar vom ersten echten Actionregisseur der Moderne, Sam Peckinpah, abgeschaut), kunstvollen Dekors und entsprechender Musikauswahl zum Leben zu erwecken und mit Emotionen zu füllen gilt, die über pure Testosteron-Ausschüttung hinausgehen.
Natürlich ist "The Killer" auch wieder ein Film über Männerfreundschaft, in dem die heterosexuelle Beziehung des Helden zur typisch simpel geschriebenen weiblichen Hauptrolle kaum mit dem Verhältnis der befreundeten Männer konkurrieren kann. Typisch Hongkong-Kino will man da sagen. Aber es ist eben kein typischer Männerfilm. Die (ungewollt?) homoerotischen Zwischentöne und eben die teils schon hysterischen Melodramstrukturen gaben und geben Woos Filmen aus dieser Zeit eine unverkennbar feminine Seite.
Kurzum: Als "The Killer" vor nun schon fast 20 Jahren auf den Markt kam, war der Film etwas ganz Neues. Geschult an den funktionalen, platten Haudrauf-Streifen der mittleren bis späten 1980er der Herren Schwarzenegger, Stallone und Van Damme rieben sich Actionfans die Augen. Diese Vermischung aus Actionfilm und Melodram, aus ballistischem Ballett und Kitsch, aus maskuliner Fantasie und weiblichen Begehrlichkeiten gab es so noch nicht und nach Woos bedauerlichem Umzug nach Hollywood eigentlich auch nie wieder. Nach dem Umzug wartete ja auch schon ausgerechnet Jean-Claude Van Damme ("Harte Ziele"), und von da ab wurde es - von "Face/Off" mal abgesehen - ja auch nicht bedeutend besser.

Die Feuergefechte in diesem Film revolutionierten das Genre, obwohl "The Killer" dabei nicht einmal zwangsläufig Woos bester Actionfilm ist. Das bleibt sein Abschiedsgeschenk von Hongkong, "Hard Boiled" (1992), der Film mit den wohl unglaublichsten Shoot-Outs aller Zeiten. Aber wo dort die emotionalen Aspekte der Geschichte zu Gunsten der Action doch etwas unterentwickelt waren, passt hier alles so gut zusammen wie noch nie zuvor und auch nie mehr danach. Sogar die weißen Tauben - später Woos gern parodiertes Markenzeichen - steigen hier zum ersten Mal auf.

Umso wichtiger, dass einem Film dieser Statur nun auch endlich eine entsprechende DVD gewidmet wird, denn die vorher weit verbreitete Erstversion war ein absoluter Horror. Während sich Kenner schon über falsches Bildformat und mangelnden Originalton ärgerten, wurde der Rest noch mit dem unterirdischen Bild vergrault, bei dem man vor ausgeblichenen Farben, Schmutz und Kratzern kaum was erkennen konnte. Ein wirklich schlimmer DVD-Transfer, durch den die visuelle Brillanz von Woos Film vollkommen zerstört wurde.
Mit all dem ist nun Schluss, denn E-M-S hat sich mit der Neuauflage ordentlich Mühe gegeben. Das nun auch im Originalformat vorliegende Bild wurde von Grund auf restauriert und der Film sieht so gut aus wie wohl noch nie. In Sachen Schärfe kann sich das Bild zwar nicht immer mit den neuesten Blockbustern messen (was zum Großteil auch mit dem mangelhaften Interesse an korrekter Bewahrung von Filmnegativen im asiatischen Raum zusammenhängt), für einen fast 20 Jahre alten Film sieht der Transfer aber hervorragend aus. Die Farben erstrahlen hell und warm, Kratzer, Schmutz oder sonstige Defekte sind nicht aufzufinden. Zudem wurde der Film ein neuer (recht unauffälliger) 5.1-Mix inklusive neuer Synchronisation mit passenderen Sprechstimmen als in der doch einigermaßen billigen und trashigen Originalsynchronisation spendiert.

Und weil man sich nicht lumpen lassen will, gibt es auch ein wenig Bonusmaterial. Ein Interview mit John Woo lässt den Regisseur nicht nur auf "The Killer", sondern auf seine Hongkong-Karriere insgesamt zurückblicken. Unglücklich ist allerdings die Präsentationsform des Interviews, in dem Woo oft in Kantonesisch antwortet und seine Antwort danach von einem Übersetzer in Englisch erklärt wird. Zwar gibt es für beides Untertitel, aber so bekommt man jede Frage zweimal direkt hintereinander beantwortet, was sich als einigermaßen nervtötend erweist. Da hätte man es bei Lees untertitelten Antworten belassen und das 18-Minuten-Interview um mindestens ein Drittel kürzen sollen.
Eine Handvoll entfallener Szenen aus der längeren in Taiwan veröffentlichten Fassung werden im Film zwar nicht vermisst, sind aber nett anzuschauen. Neben einem kleinen Booklet sind zudem noch ein offensichtlich neu erstellter "deutscher" Trailer (ohne Dialoge) und der Originaltrailer in Kantonesisch mit dabei, sowie angemessen ausführliche Filmographien für den Regisseur und die beiden Hauptdarsteller.
Gleiche Maßarbeit von E-M-S wie bei "Full Contact", gleiches Urteil von uns: Diesen Klassiker des Hongkong-Kinos stellt man sich nicht nur am Besten, sondern nur in dieser Neuauflage in den Schrank.

Simon Staake

Bester HK Film von John Woo!!!!

9

Gibt klar bessere von Woo. Aber geiler Film :)

John Woo´s eindeutig bester Film, ich werd dann mal schaun das ich meine alte Version loswerde und mir die neue besorge.

10

Ich habe mir jetzt die neue DVD geholt und sie ist jeden cent wert, hat sogar nur 10€ gekostet. Nur schade das ich die alte nicht auf ebay verkaufen kann.

definitiv hkflix.com checken und sich einen dvd player mit dem regiocode anschaffen, ... action ist mir meinst wichtiger als die dialoge, wobei viele mit englischen subs sind.

btw: checkt umbedingt die kill bill boxen, unglaublich was da drinne ist, kaufen!

woo hat echt bessere, als killer, aber trotzdem ein topfilm.

umbedingt kaufen, oder leihen: graveyard of honor!

danke fürs lesen ;D

10

Einfach einer der genialesten action-fime aller zeiten,alleine der unglaubliche schow-down in der kirchen-ruine haut einem aus den sessel.Hier kann man sehen wo sich Tarantino und die Warkovskys die ganzen kamera-einstellungen und schnitte abgekuckt haben,kleiner tip am besten im double-feature mit Hard boiled ansehen.

10

es ist einfach der beste film aus hongkong, es gibt keinen besseren film und regiseur der melodramik und gewalt so kunstvoll in szene setzt...da kommt höchstens sam peckinpah hinterher(natürlich woo´s vorbild)...nur sehr schade das er jetzt in den USA dreht, aber gut ist das es noch kein remake gibt(ich hoff das bleibt so)!!

grüße an alle echten john woo fans

10

Eindeutig der allerbeste Woo!

toll...

und von welcher drastisch geschnittenen version wird hier gesprochen?
es gibt in deutschland den film doch garnicht in voller länge, soweit mich wikipedia richtig informiert.
welche version sollte ich mir also anschaun bitte?

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