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The Neon Demon

The Neon Demon
horror-drama , frankreich/dänemark/usa 2016
original
the neon demon
regie
nicolas winding refn
drehbuch
nicolas winding refn, mary laws, polly statham
cast
elle fanning,
bella heathcote,
jena malone,
keanu reeves,
abbey lee, u.a.
spielzeit
117 Minuten
kinostart
23. Juni 2016
homepage
http://theneondemon.com
bewertung

1 von 10 Augen

Lieber Nicolas Winding Refn,

du, wir müssen mal reden. Es ist noch gar nicht lange her, da warst du mein Held. „Drive“ benebelte mir die Sinne, ich hatte dessen unvergessliche Bilder vor den Augen und die ebenso unvergessliche Musik in den Ohren. Nicht alle fanden „Drive“ toll, aber ich habe und hätte den Film gegen alle Kritiken verteidigt. Wie du dort den Genrefilm frontal auf den Kunstfilm krachen ließst, das war grandios, da haben wir dann auch großzügig darüber hinweggesehen, was du bei Walter Hills „The Driver“ oder Michael Manns „Thief“ geliehen hast. Aber jetzt müssen wir reden, denn schon nach „Only God Forgives“ war unser Verhältnis in Schwierigkeiten und jetzt, nach „The Neon Demon“ wird es glaube ich Zeit, dass wir eine Ruhepause einlegen.

Nicolas, du bist mir ja 'ne Marke. Das sagen wir hier in Deutschland, wenn wir unsere Überraschung über das Verhalten von jemandem ausdrücken wollen, was angesichts deines neuen Films wirklich nötig ist. Du hältst dich selbst ja auch offenbar für eine Marke, aber im amerikanischen Sinne, brand und so. Hast du deswegen den ganzen Vorspann mit deinen Initialen unterlegt, quasi als Markenzeichen? Ein bisschen eitel, oder? Immerhin ist es nicht gelogen, denn nach Ansicht dieses Streifens ist es klar, dass dieser Film nur von dir stammen konnte. Aber die Frage ist ja mittlerweile, ob dieses Alleinstellungsmerkmal noch etwas positives ist. Wie bist du denn bloß auf diese Geschichte gekommen von der Landschönheit Jesse (Elle Fanning), die in den Neondämon Los Angeles kommt, um dort als Model Karriere zu machen, was ihr auch außergewöhnlich schnell gelingt und daher sowohl die Aufmerksamkeit der Visagistin Ruby (Jenna Malone) und die Eifersucht der Models Gigi (Bella Heathcote) und Sarah (Abbey Lee) auf sich zieht, mit blutigen Folgen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass soll eine Satire sein, was du uns hier auftischst (auftischst, haha, du verstehst? – kleiner Kannibalenwitz unter uns), aber meine Güte, ist das flach. Da hat gerade dein Landsmann Lars Von Trier angerufen, er möchte seine polemische US-“Satire“ zurück.

Lieber Nicolas, es wäre ungerecht dir als Filmemacher gegenüber, jetzt immer nur zu verlangen, dass du irgendwelche „Drive“-Kopien machst. Aber nach diesen letzten beiden Filmen kann ich nur sagen: Bitte mach „Drive“-Kopien, denn dieser Trip auf dem du da jetzt bist, der ist nicht bekömmlich, jedenfalls nicht für uns Zuschauer. Da hast du schon deinen letzten Film, „Only God Forgives“ mit unsympathischen Arschlöchern gefüllt, die sich gegenseitig schlimme Dinge antun, und nun ist „The Neon Demon" dasselbe in Grün bzw. in weiblich. Wer, sag mal, soll sich denn das bloß angucken wollen? Insbesondere, da du diesmal sowohl Tempo als auch Plot noch ein bisschen mehr heruntergefahren hast, so dass außer hübschen Bildern und feiner Musik nun wirklich gar nichts mehr übrig bleibt. Und wenn sich Arschlöcher in hochstilisierten Bildern schon schlimme Dinge antun sollen, dann sag ihnen doch, dass sie damit nicht anderthalb Stunden warten sollen. Wenn das schon sein muss, dann wenigstens ohne ausufernde Warteschleife.

Aber Nicolas, muss das denn wirklich sein? Musst du jetzt in jedem Film so richtig auf die Kacke hauen und begeistert über die Stränge des guten Geschmacks springen, all das unter dem Deckmantel der Kunst? Ich hätte ja gewarnt sein müssen, nicht nur angesichts der Gewaltausbrüche in „Drive“, sondern auch der in „Bronson“ oder „Valhalla Rising“. Aber jetzt mal im Ernst: Nachdem in deinem letzten Film Ryan Gosling seiner ausgeweideten Mutter den Uterus betatscht hat, hast du dir gesagt, dass du jetzt noch mal eine Schippe drauflegen musst, oder was? Nekrophilie und Kannibalismus, darunter machst du es nicht mehr? Nicht dass wir uns hier falsch verstehen, Nicolas, gegen Kannibalen habe ich nichts, so lange sie auf der Leinwand bleiben. Und Nekrophilie: Nicht so mein Ding, aber hey: ich kann mich ein bisschen anstrengen. Aber wie du diese Dinge einbaust, das ist schon bedenklich. Nicolas, magst du keine Lesben? Oder sind das für dich unergründliche Wesen? Weißt du, dass man früher Homosexualität nicht nur als Perversion, sondern auch als Geisteskrankheit betrachtet hat? Von daher ist es schon ein klein bisschen problematisch, dass für dich der Weg vom Lesbentum zur Nekrophilie nur ein Katzensprung ist. Eine Zurückweisung und man bespringt die nächstbeste Leiche? Machen das viele in deinem Bekanntenkreis so, oder nur die Lesben?

Was hält eigentlich deine Frau davon, dass ihr dieser Film gewidmet ist, sogar mit Herzchen? Hat sie denselben Humor wie du? Ansonsten wäre es schon bedenklich, dass ausgerechnet dieser Film dein Geschenk oder gar deine Liebeserklärung an deine Frau ist, wo doch Frauen hier nicht besonders gut wegkommen und ihnen ohne großes Trara so einiges angetan wird. Da wird eine offenbar Minderjährige von dem von Keanu Reeves extra eklig gespielten Motelmanager vergewaltigt, und ihre Schreckens- und Schmerzensschreie dienen dir lediglich als coole Audiokulisse für eines deiner schnieken „künstlerischen“ Tableaus. Nicht cool, Nicolas, nicht cool.

Apropos: die künstlerischen Tableaus. Klar, ich mag auch schöne Bilder, von denen du wieder einige geschaffen hast. Und dass dir Cliff Martinez auch wieder einen schönen Synthscore komponiert hat, sehr gut. Aber sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Film wie schon „Only God Forgives“ nicht nur unsagbar lahmarschig, sondern auch unsagbar leer ist. Nichts steht im Zentrum dieser Filme: keine erinnerungswürdige Figur, keine erkennbare Emotion, kein erkennbarer Sinn. Lieber Nicolas, ich könnte jetzt noch ein wenig weiter über „The Neon Demon“ reden, etwa über die eindeutigen Argento-Einflüsse. Meine Güte, die Blumentapete in Jesses Motelzimmer ist ja quasi 1:1 aus „Suspiria“ geklaut („die Irisse“ - schon klar, Nicolas). Aber dein Film erinnert nur in seinen Neonfarben und Bildkompositionen an den Argento zu seiner Hochzeit in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Der Rest erinnert dagegen an den Bodensatz von Argentos Alterswerk. In den letzten Jahren gab es nur zwei Filme, die mich angesichts ihrer Leere, Dummheit und Verschwendung so richtig sauer gemacht haben, nämlich Argentos „The Third Mother“ und „Giallo“. Aber nun Glückwunsch, Nicolas, mit „The Neon Demon“ hast du es auch geschafft, mich so richtig sauer zu machen.

Natürlich könnte ich jetzt angesichts der unbestritten eleganten Inszenierung, der zum Teil wieder sehr schönen Bilder und der wie schon erwähnt guten Musik jetzt noch ein paar Gnadenpunkte zusammenkratzen, wie noch bei „Only God Forgives“. Aber du bist ja Wiederholungstäter, Nicolas, und daher bist du nun eine Legende der Filmszene, als erster Regisseur, der sowohl in der raren Zehn-Augen- und der ebenso raren Ein-Augen-Kategorie vertreten ist. Das tut deinem Ego ja vielleicht ganz gut, oder NWR? Vielleicht kannst du ja in ein paar Jahren, wenn deine Filme wieder sehenswert oder wenigstens ansehbar sind, mal kurz Bescheid sagen, dann guck ich vielleicht mal wieder rein.

Bis dahin bleibe ich dir trotz allem freundschaftlich verbunden, dein

Simon Staake

top, danke herr staake!

top, danke herr staake!

Nichts verstanden, rein gar

8

Nichts verstanden, rein gar nichts. Weniger marvel gucken, mehr kubrick, argento, tarkowski und von trier. Grossartiger film, weitermachen. Das kino braucht männer bzw. Frauen wie nwr.

Ehrlichgesagt ist mir

Ehrlichgesagt ist mir "Valhalla Rising" schon ganz schön auf den Senkel gegangen mit seiner Brutalisierung unserer kulturellen Vergangenheit.
So blutverschmiert und gewalthungrig sind unsere Ahnen garantiert nicht rumgelaufen.

"Drive" war ja schon ganz nett anzuschauen, etwa wie eine übersteigerte Verdüsterung von "Miami Vice" und 80er-jahre Horrorfilmen, aber auch da ging mir der Gewaltfetischismus schon über die Hutschnur.

Diese neue Film bestätigt allerdings meinen Verdacht dass der Schlüssel zu Refn im "Sex-Magick Luziferismus" von Aleister Crowley liegt. Bei Drive hat die Hauptfigur ja dieses Skorpion-Jacket an das wohl an "Scorpio Rising" von Crowley-Anhänger Kenneth Anger erinnern sollte.

Die Zeichnen sich ja vor allem dadurch aus dass Mord, Blutvergiessen, Sex und Macht ganz nah beieinander liegen – total ekelig! Da überrascht mich das Vergewaltigen, Nekrophilieren und Blutvergiessen in dem Film eigentlich nicht besonders.

Ähnlich gelagert ist z.B. das Video "Invisible Light" der Scissor's Sisters.

Also, ich brauche jedenfalls nicht.
Gut zu wissen dass der Film obendrein noch langweilig ist :)

Die Soundtracks zu Drive und diesem Film sind allerdings wirklich nett anzuhören. Ich werde es dann wohl damit bewenden lassen diesmal.

Geile Kritik, danke...werd

Geile Kritik, danke...werd mal nicht reinschauen

Total unsachliche und

Total unsachliche und unprofessionelle Rezension. Da hatte der Rezensent seine Emotionen nicht ganz im Griff. Ich hoffe nicht, dass diese Art von Rezension zur Gewohnheit wird. Wenn ich mir die Bewertungen auf IMDB anschaue und diese hier auf Filmszene, dann scheinen das zwei unterschiedliche Filme zu sein. 7,0 auf IMDB sind jetzt nicht gerade ein Hit aber doch weitaus besser als die schlechteste Bewertung, die hier vergeben wurde. Ich werde mir ihn auf jeden Fall anschauen.

Kunst darf alles. Kunst darf

Kunst darf alles. Kunst darf man aber auch scheiße finden.

Unabhängig davon, wie man

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Unabhängig davon, wie man jetzt die Form der Rezension finden mag: komplett auf sein Leserpublikum zu koten und fröhlich drauflos zu spoilern, nur weil man selbst den Film scheiße findet, ist genau die Art von Uncoolness, die Herr Staake Herrn Refn vorwirft.

Bitte am Anfang des Textes einen FETTEN SPOILERHINWEIS setzen. Ihr wisst doch, liebe Filmszene.de-Redaktion, wie sensibel euer Publikum darauf regiert. Ich als Leser der ersten Stunde weiß es jedenfalls.

Einige der eher abseitigen

1

Einige der eher abseitigen Kommentare wie der der arroganten "Weniger Marvel gucken"-Person (böse Comics, gute Kunstfilme - reaktionärer oder mehr Filmsnob geht wohl kaum) wollte ich hier mal so stehen lassen - denn sie wissen nicht, was sie tun (oder sagen, sonst wüssten sie, dass ich nicht zu wenig, sondern wohl eher zu viel Argento gesehen habe, also auch sein fürchterliches Spätwerk, siehe auch mein Argento-Spotlight).

Aber den Kommentar zum Thema Spoiler inklusive "auf sein Leserpublikum zu koten und fröhlich draflos zu spoilern"? Okay, I'll bite.

Fast genau so schlimm wie die? die spoilern, sind die? die völlig hirnlos überall "Spoiler!" schreien, wo sie eine Information sehen, die sie lieber nicht sehen wollten. Gehen wir aber mal zur Basis des Wortes zurück, etwas (nämlich das Vergnügen) zu verderben, so muss ich ganz konkret fragen, lieber Onur, welches Vergnügen ich denn nun dir ganz konkret verdorben habe, und vor allem durch was? Konkrete Spoiler sehe ich in meinem obigen Text nicht.

Oder geht es darum, dass ich die Themen Kannibalismus und Nekrophilie anspreche, zwei extrem transgressive Themen, deren Präsenz man vielleicht durchaus erwähnen sollte, gerade da "The Neon Demon" nicht als Horrorfilm vermarktet wird? Ich sage weder, wer wen frisst oder wer wessen Leiche besteigt; Oder darf man nicht mehr irgendwelche thematischen Elemente - gerade kontroverse, und damit diskussionswürdige - ansprechen? Dann braucht man vielleicht gar keine ausführlichen Rezensionen mehr, wozu auch? Worüber sollen wir sprechen? Oder fühlst du dich dadurch gespoilert, dass der von Keanu Reeves durchgehend als Drecksack und Zuhälter gespielte Typ völlig unüberraschend tatsächlich ein Riesendrecksack ist? Ich meine, ist durch diese bestätigte Information tatsächlich in irgendeiner Form dein Filmvergnügen geschmälert?

Als Faustregel sollten Leute, die überall gerne vermeintliche Spoiler sehen wollen, vielleicht auch längere Rezensionen vermeiden, da diese zwangsläufig Informationen enthalten, die irgendjemand irgendwer aus irgendeinem Grund als Spoiler empfindet.

Lieber Herr Staake, du, wir

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Lieber Herr Staake,

du, wir müssen mal reden. Zunächst einmal: Ich habe den Film schon in der PV gesehen, mir hast du nichts verdorben. Da ich tatsächlich sehr spoilersensibel bin, lese ich Kritiken grundsätzlich nach dem Abspann. Wenn es nach mir geht, darfst du die Filminhalte zerlegen wie einen Fisch, um eine ordentliche Besprechung zu ermöglichen. Ich schrieb den Kommentar also nicht aus einer Kränkung heraus, sondern aus altruistischer Motivation. Deshalb: gimme, gimme, gimme all the credits! <3

Ja, ich fand TND faszinierend und kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus - aber das ist nicht der Punkt. Du, lieber Simon, kannst ihn durchaus scheiße finden, einen Verriss kann ich sogar nachvollziehen. Aber ich finde: Als Rezensent hat man eine "Sorgfaltspflicht" gegenüber seinem Leserpublikum - und die hast du in diesem Fall nicht nur nicht eingehalten, sondern leichtfertig verletzt. Aus einer Emotion heraus. Ich meine, du hast u.a. das Ende des Films verraten - mehr Definition von "Spoiler" geht nicht.
Dir mag es nicht das Filmvergnügen verderben, wenn du vorab weißt, woraus Soylent Green gemacht ist. Vielen anderen aber schon.

Damit schließe ich mein Plädoyer mit einem Zitat aus unendlichen Weiten:

"Die Bedürfnisse Vieler sind wichtiger als die Bedürfnisse Weniger oder eines Einzigen."

*drops the mic*,
Onur

Finde die Kritik gelungen.

3

Finde die Kritik gelungen. Sie hat ja auch nicht den Anspruch objektiv zu sein.

Mir geht es mit NWR genau gleich - er ist seine eigene schlechte Parodie geworden. Jeder Film seit DRIVE schreit nach Aufmerksamkeit. Die bekommt er mit miesen Kritiken.

Schöne, nichtssagende Bilder - gutes Casting - langweilige Story.

Den Film habe ich nicht

Den Film habe ich nicht gesehen... und habe ich auch erst einmal nicht vor, nachdem Only God Forgives schon so eine prätentiöse Surrealismus-Anbiederung war.

My 2 cents: Onur hat schon irgendwie recht. Der obige Text ist komplett verspoilert, kotet zwar nicht auf seine Leser, aber dann doch so sehr auf den Film, dass selbst Leser mit Rest-Interesse nach dem Lesen keine Lust mehr auf den Streifen haben.

Trotzdem - um das mal so ganz allgemein zu sagen: Staake-Rezensionen <3 <3 <3

Es ist gut, dass sich jemand

2

Es ist gut, dass sich jemand traut einen Film so zu bewerten wie er ihn empfindet, auch wenn der Regisseur mit Drive ein vermeintliches Meisterwerk abgeliefert hat. Gerade den Kritikpunkt der überzogenen Gewaltdarstellung kann ich dabei sehr gut nachvollziehen. 2 Punkte für die schönen Bilder.

Herr Staake, so wie ich das

Herr Staake,

so wie ich das mitkriege, sind Sie bei filmszene Mister Oberkritisch, der nahezu jeden Film, den er sieht, zerreißt. Gibt es auch welche - "Drive" mal ausgeklammert - die Sie gut finden? Da muss doch mega-anstrengend sein, auf Teufel komm raus alles scheiße finden zu müssen.

Ich habe den Film nicht

Ich habe den Film nicht gesehen, dafür Drive und Only God forgives. Und ich kann in beiden Fällen den Rezis hier auf Filmszene zustimmen. Demzufolge ist es fraglich, dass ich TND gucken werde.

Aber zum Punkt: Filmszene.de ist meine Kritik-Quelle Nr.1 unter den Filmseiten. Und zwar genau wegen Rezis wie dieser hier. Grossartig. Hier hat man den Mut, mal gegen den Strom zu schwimmen. Oder auch mal journalistische Konventionen nicht ganz so eng zu sehen. Oder einfach mal den Lesern "eins in die Fresse" zu geben.

Aber man hat auch den Mut, ab und zu die Sachebene zu verlassen und die Kritik etwas subjektiver zu gestalten und mit viel Humor zu untermalen. Das ist nicht nur erfrischend anders, sondern auch Sinn und Zweck einer Rezension. Informativ, kritisch, unterhaltend.

MfG

Coole Rezension. Hat Spass

Coole Rezension. Hat Spass gemacht sie zu lesen. Wahrscheinlich mehr Spass als diesen Film zu schauen. Ich betrachte sie als Warnung. Ausser "Drive" fand ich bisher alle seine Filme schlecht.

Coole Rezension. Hat Spass

Coole Rezension. Hat Spass gemacht sie zu lesen. Wahrscheinlich mehr Spass als diesen Film zu schauen. Ich betrachte sie als Warnung. Aber sie hat auch mein Interesse geweckt. Und obwohl ich mir nach dem anstrengenden Sondermüll namens "Only god forgives" geschworen hatte vorerst einen großen Bogen um Winding Refns Filme zu machen, werde ich ihn mir gerade wegen der 1-Augen-Bewertung doch noch ansehen.

Warum werde ich das Gefühl

8

Warum werde ich das Gefühl nicht los, der Film hätte hier eine 9bis10-Augenbewertung bekommen, wäre er von David Lynch gewesen ... ?

Fakt ist: Da kopiert jemand den Herrn Lynch und macht das sogar richtig gut !

Sicherlich ist dieses schwer zugängliche "Kunstwerk" nicht jedermanns Sache, aber eine 1-Augen-Bewertung ist schon ziemlich hart, die hat 'The Neon Demon' absolut nicht verdient. Edel-Optik und gnadenlos guter Soundtrack ergeben hier eine perfekte Symbiose, ein Fest für Augen und Ohren. Und dann noch Keanu Reeves in einer niedlichen Nebenrollte, herrlich.

Selbst der Abspann ist mega cool, ich war jedenfall bis zur letzten Sekunde total baff, hatte ein ähnliches Gefühl nach dem Genuss von 'Lost Highway' damals, obwohl DER noch besser war :)

Gut. Das wars. Nicht ganz so

4

Gut. Das wars. Nicht ganz so schlimm wie der Rezensent habe ich dieses cineastische Ejakulat von Winding Refn empfunden. Aber die Langeweile, mit der ich zu kämpfen zu hatte, war wirklich Kräfte zerrend. Normalerweise lasse ich mich ja von schönen Bildern beeindrucken, aber in diesem Falle ist alles so plakativ oberflächlich und unbeschreiblich belanglos, dass einem jeglicher Spass nach spätesten 45 Minuten vergeht. Wie erwartet.

Ich kann dem Regisseur nicht einmal vorwerfen diesen Quatsch gedreht zu haben, um ein paar heisse Schnecken abzugreifen, denn wirklich heiß ist hier keine.

Spannung: 2 Augen
Erotik: 3 Augen
Optik: 8 Augen
Sound: 7 Augen
Story: 2 Augen
Spassfaktor: 2 Augen

Dennoch empfand ich dieses valiumgetränkte "Showgirls"-Plagiat bei weitem unterhaltsamer und weniger peinlich als "Only God forgives". Was natürlich gar nichts heisst. Und wie NIKE schon beschreibt: es gibt ein paar wirklich gut funktionierende David Lynch Momente. Die aber überhaupt nicht ausgekostet werden und eher wie Zufallstreffer wirken.
Alles in allem könnte der Titel auch "The ultimate irrelevance" heissen. Ein banaler Topmodelquark, angereichert mit schönen Bildern und stylishem Synthiesound.

Herr Staake versteht

Herr Staake versteht scheinbar nicht, dass Drive wohl eher die Ausnahme im filmischen Schaffens von Herrn Refn ist. Ihm misslingt es nicht einen zweiten Drive zu machen, er will es vermutlich einfach nur nicht. Das macht Herrn Staake aber wohl ziemlich wütend und trotzig. Daraufhin gibt er dann nur einen Stern, auch wenn ihm klar ist, dass das kein 1 Stern Film ist und spoilert direkt noch den Schluss.
Vielleicht sollte er sich mal Gedanken machen ob sein kindischer Trotz wirklich in seine Rezensionen einfließen sollte und ob dieser "persönlicher Brief an X"-Kniff nicht schon etwas überholt ist.

Hi, hab den Film jetzt auch

7

Hi,

hab den Film jetzt auch endlich gesehen und muss meinem Vorredner (GEIST) absolut zustimmen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Meinung. Und dass man nach einem, auch in meinen Augen, Meisterwerk wie DRIVE doch etwas, oder auch sehr enttäuscht vom aktuellen Schaffen von NWR ist, ist absolut verständlich. Doch ganz im Gegensatz zu GAST2016 bin ich ganz und gar nicht der Meinung, dass es für einen Rezensenten oder sonnst wen, der Wert darauf legt, dass seine Meinung beachtet und wertgeschätzt wird, eine gute Idee ist die Sachebene oder gleich seine Objektivität aufzugeben. Und das ist hier ganz eindeutig passiert.

Ungeachtet dessen ob man einen Streifen nun mag oder nicht, gibt es im Medium Film unstrittige im Kern fachliche Elemente, welche sich sachlich analysieren und qualitativ bewerten lassen. Und daher bin ich mir absolut sicher, dass Herrn Staake vollkommen bewusst ist, dass dies hier kein 1-Augenfilm sein kann. Wie er selbst es ja auch beschreibt ist dieser Film audiovisuell mehr als sehens- und hörenswert. Ich würde sogar soweit gehen, ihn, rein visuell, als noch stärker als DRIVE einzuschätzen (Auch wenn DRIVE in seiner Gesamtheit der deutlich bessere Film ist).

Wenn man diesem Film Vorwürfe machen will, so ist das tatsächlich nicht schwer. Ich verstehe wenn man ihn als langatmig empfindet. Wenn die rein audiovisuelle Präsentation einem nicht so wichtig ist wie ein spannender Plot und greifbare Charaktere oder man die Sinnhaftigkeit von Gewalt in Frage stellt (was ich hier zum Teil auch tun würde). Ich bspw. würde dem Film eine nicht zu leugnende emotionale Kälte vorwerfen und dass ich die finale Szene nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber all diese Kritik und auch sämtliche von Herrn Staakes oberflächlichen und unbeholfenen Relativierungsversuchen à la "Natürlich könnte ich jetzt angesichts der unbestritten eleganten Inszenierung, der zum Teil wieder sehr schönen Bilder und der wie schon erwähnt guten Musik jetzt noch ein paar Gnadenpunkte zusammenkratzen..." können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Film allein schon durch seine fachliche Umsetzung eine solche Wertung einfach nicht verdient hat. Das weiß ich, das weiß Herr Staake und das wissen auch die diversen Besucher hier, welche ins selbe Horn geblasen haben wie er. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ein anderer Film von Herrn Refn einen $%&$§?%DRECK mit diesem hier zu tun hat. Diese Wertung hier davon abhängig zu machen, dass der letzte Film von ihm schon als schlecht empfunden wurde (sehe ich auch so), ist absoluter Blödsinn. Mit der selben Logik hätte man auch den leider sehr mittelmäßigen Trainspotting 2 aufwerten können, weil der erste so grandios ist. Was für ein Quatsch.

Sorry, aber ist es denn wirklich so viel verlangt irgendwo zwischen all der vordergündigen Selbstdarstellung, welche hier praktiziert wurde (während dem Regisseur hier eben genau das vorgeworfen wird), sich zwei läppische Sätze aus dem Kreuz zu leiern welche einen gemäßigten und weniger subjektiven Ton anschlagen? Irgendetwas wie: "Ich konnte mit all dem nichts anfangen weil... aber wer sich an der Thematik, der Charakterzeichnung und dem Erzähltempo nicht stört, kann einen Blick riskieren. Darüber hinaus ist dieser Film handwerklich über jeden Zweifel erhaben." Dann ergänzt man das ganze noch durch eine 5-Augenwertung und jeder kann sich entscheiden, ob er das "Wagnis" eingehen will oder eben nicht.

Und zum hundertachundsiebsigtausendsten Mal: Ja, es dürfen auch umfassendere Informationen zum Plot aufgezeigt werden, aus eben genau jenen Gründen, welche Herr Staake auch genannt hat. Aber dann gebt doch einfach eine SPOILERWARNUNG für den jeweiligen Absatz. Diese Diskussion nervt mich schon seit einer halben Ewigkeit. Wir sind hier nicht auf der TV-Spielfilm-Seite. Wer eine anspruchsvolle Seite zum Thema Film aufzieht, kann doch nicht allen Ernstes davon überrascht sein, dass sich auf dieser AUCH Filmfreaks befinden, welche Filme auf ganz andere, aufmerksamere Weise gucken als der "Durchschnitt". Ja, die Besucher dieser Seite haben ein Recht darauf zu erfahren, worum es in einem Film geht und was ihn ausmacht. Und ich verstehe auch vollkommen, dass die Auswahl, welche Informationen noch teilbar sind und welche nicht, sicher nicht immer leicht ist. Aber wenn man schon nicht bereit ist, in diesem Punkt lieber den zurückhaltenderen Weg zu wählen, dann macht doch bitte einfach eine Spoilerwarnung. So schwer ist das doch nicht. Dieses Mittel wird hier ja auch hin und wieder mal genutzt. Aber eben nicht, wenn einem der Ärger wieder das eigene Ego vor die Füße wirft.

Zum Film:
Audiovisuell der absolute Wahnsinn. Emotional leider sehr unterentwickelt (ich bin mir sicher, es ist Absicht). Man muss damit leben können, dass es keine weltlichen Figuren gibt mit denen man sich identifizieren könnte. Das Tempo hat mich nicht gestört, da der Film, wie alle Werke von Refn, die Gefühle seiner Protagonisten und den Kontext ihrer Gespräche (oder ihres Schweigens) mit in die Umgebung bettet. Wer bereit ist genau hinzusehen wird überrascht sein, wie viel dieser angeblich flache Streifen nur durch seine Settings erzählt, durch die Kleidung welche die Hauptfigur wann trägt und wie vielschichtig nuanciertes ein Schauspiel sein kann.
Das ganze ist ein abstraktes Theaterstück über die Bedeutung von wahrer Schönheit. Darüber was sie mit den Menschen macht die sie haben und mit denen die sie begehren (ganze nebenbei übrigens die Kerninformation zum Inhalt, die tatsächlich für den Leser wichtig gewesen wäre). Sicher kein neues Meisterwerk aber durchaus sehenswert, wenn man bereit ist an der eigenen Erwartungshaltung vorbei zu schauen und sich einfach mitnehmen zu lassen.

Kurz zu meiner

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Kurz zu meiner Refn-"Vorgeschichte": Ich liebe "Drive" und sehe ihn als modernes Meisterwerk. "Only God Forgives" habe ich 20 Minuten gegeben, bis ich ihn als langweilig und nervig und pseudo-künstlerisch empfunden habe. "The Neon Demon" fand ich aber sehr gut, warum, sagt mein letzter Absatz.

Wie so viele habe ich aber zunächst das Gefühl, dass ich die Rezension mitbewerten muss. Ich finde sie auch sehr "empfindlich" und möchte ein paar Kritikpunkte entschärfen:
Der Film ist ziemlich irre und die Geschichte ist zwar sicherlich Geschmackssache, aber es ist doch absolut unbestreitbar, dass es sich hier um eine symbolische Darstellung handelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur ein Zuschauer die Handlung als real wahrgenommen hat. Von daher sind ungewöhnliche Verhaltensmuster (habe selten so untertrieben) und reduzierte Dialoge ein Teil der Atmosphäre. Es soll keine ausufernde Geschichte erzählt werden, sondern ein Gefühl, heruntergebrochen auf kurze Handlungsstränge.

Ich habe kein Tapetenmuster von irgendwo wiedererkannt, aber wenn es eine Anspielung ist, ist das doch eher ein netter Kniff und nichts, was man Refn vorwerfen sollte. So etwas "klaut" man ja nicht von anderen Regisseuren, das ist in so einem Fall definitiv eine Hommage. Welchen Mehrwert sollte man sonst davon haben?

Die Inszenierung seines Namens als Logo fand ich ehrlich gesagt einfach mal interessant. Als Grafikerin finde ich es schön, wenn jemand für etwas steht und deshalb auch ein Signet für sich erschafft. Musiker machen das doch auch oft, im Literatur- und Filmbereich beschränkt man sich dagegen in den meisten Fällen nur auf schlichte Schriften und ich hab mich schon oft gefragt, wieso da nicht ein bisschen Kreativität zugelassen wird. Klar ist das bei einer Einzelperson gewissermaßen Selbstinszenierung, aber wenn z.B. ein bekannter Schauspieler Hauptrolle, Regie und Produktion eines Films übernimmt, wird mir dessen Name ja auch x-Mal vorgetanzt, also was soll's – es stecken einige Millionen in so einem Projekt und da wird natürlich nicht an Werbung gegeizt.

Ganz klar widersprechen möchte ich aber der These, dass hier vom Regisseur irgendein Zusammenhang zwischen Homosexualität und Nekrophilie gezogen wird. Ob es sich bei dieser merkwürdigen (und meiner Meinung nach sogar überflüssigen) Szene um einen Mann oder eine Frau handelt, ist vollkommen unwichtig. Es werden diverse äußerst kranke Individuen dargestellt, das ist eben Teil der Geschichte und keine Ansammlung von Stellvertretern für ganze Bevölkerungsgruppen. Aufgrund der Vergewaltigungsszene könnte man doch im Umkehrschluss auch sagen, dass Refn etwas gegen heterosexuelle Männer hat, oder seh ich das falsch?
Ich sehe ja ein, dass homosexuelle Szenen in der Filmwelt in der Unterzahl sind (mehr oder weniger bedingt durch die Relation zur realen Verteilung der Orientierung) und deshalb oft als „gezielt gewählt" interpretiert werden – aber ich fand es in dem Fall absolut nicht relevant. Ehrlich gesagt war ich bei der gestörten Dame ganz froh, dass sie nicht auch noch etwas zum Reinstecken parat hatte. ;)

Zum Film an sich:
Ich fand ihn gut, aber Refn hat etwas übers Ziel hinausgeschossen. Es kam mir vor wie eine sorgfältig geplante Parabel, bei der es am Ende mit dem Schreiber durchgegangen ist. Es ist eine Collage – es gibt nicht viel Geschichte, aber viel Symbolik und viele Einzelteile, die sich aneinanderreihen. Die Bilder sind wunderschön, Licht und Musik sind fantastsisch gewählt – für mich sehr viel mehr wert als ein Nebensatz. Schon allein dafür bekommt der Film die Hälfte der Augen von mir, weil die Optik ein dermaßen wichtiger Bestandteil ist, dass sie tatsächlich auch die Hälfte der Wertung ausmacht. Mir kam der Film vor wie eine bewegte Fotoausstellung. Die Inhalte waren interessant, teilweise verstörend, teilweise wunderschön, aber ich blieb immer bei der Stange. Für mich also ein Kunstwerk mit Berechtigung, das ich nicht für perfekt halte, das aber seine Daseinsberechtigung verdient hat und nicht so achtlos abgetan werden sollte.

Ich bin gespannt auf den nächsten Refn-Film.

Lieber Herr Staake, ich

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Lieber Herr Staake, ich wünschte, ich hätte ihre Warnung ernst genommen, habe mich jedoch von den vielen Gegenstimmen beeinflussen lassen und nun knapp zwei Stunden meiner Lebenszeit für einen langatmigen und oberflächlichen Film geopfert. Schmerzhaftes Lehrgeld.

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