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Filmszene-Special: Interview mit "Susan Cooper"- Hauptdarstellerin Melissa McCarthy

melissa 0Sie hat seit den Tagen als Köchin in „Gilmore Girls“ eine mehr als bemerkenswerte Karriere hingelegt und gehört mittlerweile zu den bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods. Bei der Präsentation ihres neuen Films „Spy – Susan Cooper Undercover“ sprach Melissa McCarthy mit Filmszene über die Erfahrung einmal eine echte Agentin spielen zu dürfen.

 

Melissa, wie geht man mit dem großen Erfolg um wenn er einen trifft?

Das ist sicher bei jedem anders, aber bei mir hat es ja lang genug gedauert. Als ich als Neunzehnjährige zu arbeiten begann, da hatte ich teilweise vier Jobs gleichzeitig  und es hat viele  Jahre gedauert, bis ich endlich den ersten regelmäßigen Part im Fernsehgeschäft hatte, das war dann bei den „Gilmore Girls“. Mittlerweile hat sich vieles geändert und gewaltig entwickelt, aber das ist für mich kein Anlass mich selbst groß zu verändern. Hey, ich bin nicht mehr zwanzig, ich habe einen Ehemann und zwei Kinder – da ist es doch viel zu anstrengend den Star zu spielen. Dafür bin ich meist viel zu müde.

Aber den Weg von der Neben- zur unumstrittenen Hauptdarstellerin geht man sicher nicht nur durch Glück sondern vor allem mit viel harter Arbeit.

Ich arbeite wirklich sehr viel und hart, das stimmt. Denn ich versuche jede Arbeit gut zu machen, ganz egal ob in einem großen Kinofilm oder auch auf der Bühne im Theater. Ich hab den Job, wie gesagt, zehn Jahre lang ausgeübt ohne wirklich etwas zu verdienen, also muss ich ihn wohl sehr lieben. Aber ihn jetzt so machen zu können ohne noch drei andere zu benötigen – das ist für mich der pure Luxus.

melissa 1Welche anderen drei Jobs waren das denn damals?

Oh Gott, also gut: Ich habe mal Austern gepult – aber nur für zwei Tage, dann musste ich wegen einer Allergie ins Krankenhaus. Dann habe ich einen Marketing-Job gemacht, bei dem wir zu acht in einem Hotelzimmer saßen und wahllos aus dem Telefonbuch Leute anriefen um denen Fotosets zu verkaufen die niemand haben wollte. Außerdem habe ich noch in ungefähr neun Millionen Restaurants inklusive „Starbucks“ gearbeitet.

Und haben dabei zum Glück nie auf das Motto ihrer Filmmutter in „Susan Cooper“ gehört, die ja stets mahnt „No, you can’t!“

Ja, und die hat noch ein paar mehr Sprüche drauf, die es leider nicht in den fertigen Film geschafft haben. Was „Susan Cooper“ verdeutlichen soll ist aber Folgendes:  Ich denke, es gibt eine Menge Leute da draußen, die  unterbewertet und unterschätzt werden – genau wie Susan Cooper. Ich mag es sehr jemanden zu spielen, der irgendwann nicht mehr darauf hört was andere ihm einreden zu können oder eben nicht zu können. Der sich langsam ein gewisses Selbstbewusstsein aufbaut und aus dem Schatten tritt.

Stimmt es denn, dass Sie einige der Stunts im Film selbst ausgeführt haben?

Ein paar schon, ja, auch wenn da dann immer jemand aus der Produktionsgesellschaft im Hintergrund steht, der mahnt das gehe nicht. Aber Susan war ja mal im Außeneinsatz und ist lediglich seit zwanzig Jahren aus der Übung. Andererseits muss sie genau deshalb auch nicht „perfekt“ im Nahkampf sein und ich habe zwar ein wenig für den Film trainiert, aber auch nicht allzu wild.

melissa 2Wie schwer ist es denn Ihre Dauerrolle in der Serie „Mike & Molly“ mit den Kinoprojekten zu vereinbaren?

Da haben wir gerade unsere sechste Staffel abgedreht und das Produktionsteam tut alles um mich zu unterstützen. So konnte ich etwas eher aus der letzten Staffel raus als ursprünglich geplant als plötzlich „Ghostbusters“ akut wurde. Das ist nicht immer möglich, aber man kommt mir sehr entgegen und ich liebe sowohl die Serie als auch die Menschen mit denen ich dort arbeite. Zu „Mike & Molly“ zurückzukehren ist für mich immer wie nach Hause kommen.

Sie sind durch komische Rollen berühmt geworden, können aber auch ganz anders, wie man kürzlich in „St. Vincent“ sehen konnte. Würden Sie denn gern öfter auch ernstere Figuren spielen?

Ich hab ja mal mit sehr ernsten Dramen im Theater angefangen. Wenn die Figur interessant ist, macht es für mich keinen  großen Unterschied, ob die dann witzig oder ernst angelegt ist. Ich fühle mich auch nicht in eine Schublade gepresst, immer nur das eine spielen zu müssen. Es mag zwar sein, dass die Mehrheit der Leute mich mit einem bestimmen Typus identifiziert, aber in meinem Kopf und aufgrund meiner gemachten Erfahrungen sieht es da anders aus.

Sie betreiben ja auch mit Ihrem Ehemann Ben Falcone eine eigene Produktionsgesellschaft.  Wonach wählen sie da ihre Projekte aus? Sollen das stets Filme sein, in denen Sie dann auch selbst mitspielen?

Das war zwar bisher mit „Tammy“ und „Michelle Darnell“ der Fall, aber Nein, das muss keineswegs immer so sein. Als Nächstes verfilmen wir ein ziemlich herzerweichendes Buch und die Hauptfigur ist ein Mann – ob ich da dann überhaupt mitwirke ist noch völlig offen. Wir suchen da einfach nur nach interessanten Stoffen und es ist im Prinzip alles möglich.

Das klingt gut und ich würde Sie gerne öfter in Filmen wie „St. Vincent“ sehen.

Ich eigentlich auch, also machen sie das doch einfach mal klar für mich! 

Volker Robrahn

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