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Filmszene-Special: Interview mit "Zimmer 205" - Hauptdarstellerin Jennifer Ulrich

j ulrich 0Filmszene: Jennifer, „Zimmer 205“ ist Dein nächster Horrorfilm nach „Wir sind die Nacht“. War der Zweite denn eine Folge des Ersten? „Zimmer 205“ ist ja bereits seit einiger Zeit fertig.

Jennifer Ulrich: Nein, direkt haben die Engagements nichts miteinander zu tun. Ursprünglich sollten beide Filme sogar gleichzeitig gedreht werden und wären quasi „Konkurrenzprodukte“ gewesen, so dass ich dann Terminprobleme bekommen hätte. Das hat sich aber lösen lassen, so dass „Zimmer 205“ dann direkt im Anschluss dran war. Dass der Film nun erst nach zwei Jahren ins Kino kommt gehört dann wohl zu den Dingen die passieren und mit denen man in unserer Branche  leben muss.  

Ihr habt für „Zimmer 205“ viel Sorgfalt bei der Auswahl der Drehorte insbesondere der Gebäude verwendet. Wie war das, direkt vor Ort in diesen alten Häusern zu drehen?

Es war vor allem eine große Hilfe. Für einen Schauspieler ist es viel einfacher sich in die Rolle einzuleben, wenn auch die Umgebung real ist, anders also als etwa im Theater.  Oder sagen wir mal: Wenn schon die Umgebung von sich aus gruselig ist, dann fällt es mir auch leichter dort wirklich Angst zu haben. Wenn ich da allein an die Maske denke, in der Julia unterwegs war. Abgesehen davon, ist es einfach schön und abwechslungsreich nicht immer nur in Berlin zu drehen, wo man halt die meisten Drehorte schon kennt.

Hast Du denn grundsätzlich ein Faible für Horrorfilme?

Absolut, ich gehöre auch zu denen, die sich zwar dann eigentlich ekeln, aber trotzdem doch immer wieder hinschauen müssen. Das hat schon etwas damit zu tun, sich einfach seinen Urängsten stellen zu müssen, na ja, zumindest ein bisschen.  Und deshalb können sich die Leute mit den Figuren in Horrorfilmen auch oft so gut identifizieren.  Aber ich muss wirklich sagen, dass ich dadurch, dass ich nun selbst in solcher Art Filme mal mitgewirkt habe noch viel begeisterter davon bin, weil ich gesehen habe, was da für Kreativität und Energie drinsteckt.

j ulrich 1Es werden ja leider bei uns nicht allzu viele Filme dieser Art gemacht.

Eben. Und deshalb ist es toll und wichtig, ab und zu mal zu zeigen , dass wir das auch können. Und den Markt dadurch einfach ein bisschen bunter und abwechslungsreicher zu gestalten. Leider ist das Vertrauen des Publikums ja schon generell in den deutschen Film nicht besonders groß, abgesehen von Komödien vielleicht. Und bei Genrefilmen ist es dann nochmal etwas schwieriger die Akzeptanz und den Respekt der Zuschauer zu gewinnen.   Denn man glaubt anscheinend, dass wir hier weder die Technik, noch das Know-How oder die richtigen Leute dafür haben – was aber definitiv nicht stimmt. Abgesehen davon, dass wir tatsächlich etwas weniger Geld haben, bewegen wir uns  nämlich schon auf dem gleichen Level und sind mit unseren Ideen vielleicht sogar etwas frischer als zum Beispiel die Amerikaner.

Gehörst Du denn auch zu der Gruppe von Schauspielern, die ihre Rolle praktisch mit nach Hause nehmen und dann wochenlang „in Character“ leben?

Nein, ganz und gar nicht. Oh Gott, das könnte ich auch nicht, dann hätte ich ja praktisch kein Privatleben und keine normalen sozialen Kontakte mehr. Also das Drehen mit rund 50 Leuten jeden Tag ist schon toll, aber auch sehr anstrengend und da muss ich dann abends schon runterkommen, möglichst alleine sein und ganz langweilige Sachen machen, als Ausgleich sozusagen. Ich weiß aber, dass einige Kollegen das anders  halten.

Passiert es Dir schon, dass Du auf der Straße erkannt und angesprochen wirst?

Ab und zu, ja, wobei ich merke, dass sich die Leute oft nicht trauen einen dann auch anzusprechen sondern nur ein wenig tuscheln und kichern. Am häufigsten werde ich dabei von jungen Mädchen erkannt, die „Die Welle“ gesehen haben, der Film scheint doch bei vielen noch sehr präsent zu sein.

Warum sollte sich das womöglich skeptische deutsche Publikum „Zimmer 205“ ansehen?

j ulrich 2
Jennifer Ulrich beim Interview mit Filmszene - Redakteur Volker Robrahn

Weil ich den Film wahnsinnig gerne mag! Und weil er Einiges bietet, wie tolle Schauplätze und motivierte Schauspieler. Er entwickelt viel Spannung, sieht gut aus unterhält und gruselt wunderbar. Hey, das müsste doch eigentlich reichen, oder?

Volker Robrahn

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